Bisherige Veranstaltungen

20.05.2008
MISHA ALPERIN          


STORIES FOR A LONELY PIANO

„Ich möchte Barrieren und Grenzen nicht nur geographisch und historisch durchbrechen, sondern auch musikalisch“
sagt Misha Alperin.
Der virtuose Musiker absolvierte eine klassische Ausbildung in Klavier und Komposition. Die vitale russische und rumänisch/moldawische Volksmusik begeisterte ihn. Als er um 1980 amerikanischen Jazz zu hören bekam, war er von dieser Musikrichtung fasziniert und befasste sich in der Folge intensiv damit.  In Moskau gehörte er in den späten 80iger Jahren zur russischen Jazz-Avantgarde, war jedoch gleichzeitig auch als klassischer Pianist tätig. Seit 1993  ist sein Hauptwohnsitz Oslo.  
OKNO veranstaltet sein erstes Klavier-Jazz Rezital im
Jecklin Forum, Rämistrasse 30, 8001 Zürich

11.04.2008
Puschkins Gedichte in der Russischen Musik
Eine  musikalische-literarische Begegnung 

Diana Petrova                                
Sopran 
Elena Tomilova                               Klavier
Ursula Frischknecht                     Sprecherin


Alexander Sergejewitsch Puschkin wurde am 26. Mai 1799 in Moskau in eine Adels-familie geboren. Er starb am 29. Januar 1837 in Petersburg an den Folgen eines Duells. Bereits zu Lebzeiten war er eine Legende: Rebell, Verbannter, genialer Dichter und grosser Melancholiker. Sein Drang nach geistiger Unabhängigkeit und Freiheit konnte er nur in seiner Dichtung verwirklichen. Bis heute ist Puschkin der verehrteste Dichter und Schriftsteller Russlands. So gab Swetlana Geier ein Buch Puschkin zu Ehren heraus und lässt darin Grosse der russischen Literatur zu Worte kommen. Puschkin ist für sie nicht nur Beginn und Vollendung der nationalen Literatur und das Urbild des Dichters – kompromisslos und eindeutig als Berufener, vielgestaltig wie Proteus in seinen Bildern. So erstaunt es nicht, dass zahlreiche russische Komponisten wie Michail Glinka, Sergej Rachmaninow, Nikolaj Rimsikij-Korsakow, Anton Rubinstein oder Peter Tschaikowskij Puschkins Gedichte, Elegien und auch seinen Versroman Eugen Onegin in ihrer Musik verewigten.   -  Aus dem Programm:

 

24.02.2008
Vladimir Putin 
Das Porträt des Präsidenten - zwischen Kunst, Kult und Kommerz
Vortrag mit anschliessender Diskussion          

Alexandra Engelfried             Kunsthistorikerin / Slavistin
Ulrich M. Schmid                     Slavist

Seit Vladimir Vladimirovič Putin (VVP) im Jahre 2000 Präsident wurde, ist sein Bild in Russlands Öffentlichkeit omnipräsent. Neben der Vermarktung des Präsidentenbildes in der Populärkultur wie im Devotionalien- und Souvenirhandel beschäftigen sich zahlreiche Künstler mit dem Bild des Präsidenten. Gemälde mit Putins Antlitz sind in Russland weit verbreitet und erzielen auf dem Kunstmarkt hohe Preise. Es entstanden künstlerische Arbeiten, die das in den Medien konstruierte offizielle Image des russländischen Präsidenten aufgreifen und es zum Teil kritisch, oftmals aber auch affirmativ reproduzieren. Viele Künstler eint die Frage, wo sich ihre „Putin-Kunst“ zwischen Kunst, Kult und Kommerz verorten lässt. Sie alle nutzen die Darstellung des Präsidenten als PR-Strategie, wobei es immer auch ein Spannungsfeld zwischen der Akzeptanz in Regierungskreisen und der Kommerzialisierung zu beachten gilt. In der Nachfrage und Nutzung der Präsidentenporträts kommen ein Herrschaftsverständnis und eine Herrscherverehrung zum Ausdruck die an zaristische und sowjetische Traditionen anknüpft. Der Putin-Kult ist in Russland zu einem festen Bestandteil von Gesellschaft,  Kultur und Politik geworden.

12.01.2008
Der Heckrubel -  Der Wunderrubel  
Volksmärchen von Nikolai Lesskov  

Elena Krasotkina               Schauspielerin
Valentin Strub                    Akkordeon


„Nach einem alten Aberglauben kann man sich durch allerlei Zauberkünste einen Heckrubel verschaffen, das heisst einen Rubel, der immer wieder wohlbehalten in die Tasche zurückkehrt, so oft man ihn auch ausgeben mag.“
Die Geschichte des Wunder-Rubels wurde von Elena Krasotkina auf liebenswerte Weise in Deutsch und Russisch schauspielerisch dargeboten. Valentin Strub begleitete ihre Ausführungen mit seinem einfühlsamen Akkordeonspiel.
Eine Veranstaltung für alle Menschen ab dem siebten Lebensjahr, die russische Volksmärchen lieben.
 

09.12.2007
Galina Ustvolskaya (1919 - 2006)

Gedenkkonzert und Hommage zum 1. Todestag der grossen russischen Komponistin 
 Mit einer Einführung von Prof. Dr. Laurenz Lütteken, Leiter des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Zürich.

Ensemble Tzara:
Gabrielle Brunner            Violine
Murat Cevik                       Flöte
Simone Keller                  Klavier
Moritz Müllenbach           Cello
Martin Sonderegger        Klarinette
Tobias de Stoutz             Tuba


Programm:                  
 - Trio für Klarinette, Violine und Klavier (1949)
 - Grosses Duett für Violoncello und Klavier (1959) 
 - „Dona nobis pacem“ für Piccoloflöte, Tuba und Klavier (1970/71)
    e
in sehr selten gespieltes Werk, einzigartig in seiner Radikalität und dazu mit einer          
     aussergewöhn
lichen Besetzung.

Galina Ustvolskaya lebte und arbeitete in St. Petersburg, wo sie am 22. Dezember 2006 starb. Während des zweiten Weltkrieges studierte sie in Leningrad bei Dmitri Schostakowitsch, der ihr kompositorisches Schaffen anfänglich auch beeinflusste. Ende der 40iger Jahre fand sie ihren eigenen Stil. Dieser kennzeichnet sich durch seine Kargheit und den Hang zum Extremen. Ihre starke Musik hat etwas Archaisches und wurde erst in den 90iger Jahren im Westen bekannt. Sie gilt als die geheimnisvollste und scheueste russische Komponistin, aber zugleich auch die konsequenteste und kompromissloseste. 



18.11.2007  
Troika -  Abend
Das Dreigespann in Literatur, Poesie, Musik und bildender Kunst 

Igor Morosov             Bariton
Boris Chnaider        
Klavier /Rezitation

Kaum ein Gefährt hat in der russischen Kultur einen so nachhaltigen Niederschlag gefunden wie die Troika, dieses Pferde-Dreigespann. Sie wird besungen, beschrieben und gemalt Mit seinem Roman „Die toten Seelen“ machte Nikolaj Gogol die Troika vollends zum Symbol des russischen Volkstums. „Ach, meine Troika, mein Dreigespann, das wie ein Vogel dahinfliegt, wer mag es wohl gewesen sein, der dich erdacht hat? Nur von einem lebhaften, phantasiebegabten Volk konntest du ersonnen werden und nur in einem Lande, das ernst genommen werden will …..  Stürmst nicht auch Du, Russland, so dahin, wie eine kühne Troika, die niemand einholen kann? …. Wohin stürmst Du, Russland? Gib Antwort! Du schweigst. Wundersam tönt das Glöckchen.“

16.11.2007
Eugen Doga
zu Gast im KulturAtelier:

Die Vereinigung „Freunde der Republik Moldova“ gestaltete in den Räumen des KulturAteliers am Freitag, den 16. November um 19 Uhr  einen musikalischen Abend mit dem in Moskau lebenden moldawischen Komponisten Eugen Doga. Zu seinen Werken gehörensymphonische Dichtungen, Kammermusik, Kantaten, Ballet - und Filmmusik. Doga feiert dieses Jahr seinen siebzigsten Geburtstag. Die Republik Moldawien hat aus diesem Grunde 2007 als "Jahr des Komponisten Eugen Doga" erklärt.
Die "Freunde der Republik Moldova" organisieren diesen Anlass in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Moldova.



11.11.2007
Diana Petrova –
zu Gast im KulturAtelier:

Diana Petrova                                     Soprano
Tatjana Massalova von Gunten     Klavier 
Isolina Kobel-Belova                        Volksballett

Es  wurden russische melancholische, schwungvolle und traurigschöne „Stadt Romanzen“, Volkslieder und Volkstänze aufgeführt.


16.09.2007
Russland und Islam
Historische, kulturelle und literarisch-musikalische Annäherungen

Ruslan Bazgiev                Islamwissenschaftler
Marianne Herold               Historikerin/Herausgeberin
Ulrich M. Schmid              Slavist                                 
Burhan Öcal                      Musiker             

In Russland leben etwa 20 Millionen Muslime, hauptsächlich in Tatarstan und im Kaukasus. Das russische Misstrauen gegenüber dem Islam geht auf die Zeit der Mongolenherrschaft zurück. Unter Katharina der Grossen begannen die russischen Eroberungen im Süden des Reiches. Seit den Tschetschenienkriegen der neunziger Jahre ist dieses Misstrauen noch deutlich gewachsen. Antiislamische Tendenzen lassen sich bei vielen einflussreichen Intellektuellen beobachten, so auch bei Joseph Brodsky und Alexander Solschenizyn.

Ruslan Bazgiev
(Islamwissenschaftler), Ulrich Schmid (Slavist) und Marianne Herold (Historikerin) zeichneten die schwierige Präsenz des Islam in Russland nach und wiesen auf neueste Entwicklungen in Gesellschaft, Kunst und Kultur hin. Burhan Öcal begleitete den Anlass mit Musik, die durch den Islam geprägt wurde.

23.08.2007 
Eröffnungsausstellung im neuen Okno-Ausstellungsraum  
aus der Sammlung zeitgenössischer Russischer Kunst von Arina Kowner 

Gezeigt wird bis Ende Oktober: Edouard (Edik) Steinberg (*1937)

Der 1937 in Moskau geborene Edouard Steinberg gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Moskauer metaphysischen Malerei. Die Sammlung präsentiert ein breites Spektrum von Bildern aus unterschiedlichen Schaffensphasen Steinbergs zwischen 1970 und 1992. Der ausserordentlich gut besuchte Anlass fand in Anwesenheit des Botschafters der Russischen Föderation Herrn Dmitry Cherkashin   und      seiner Gemahlin Frau Tatjana Cherkashina, sowie Herrn Stadtpräsident Dr. Elmar Ledergerber statt.


22.06.2007 
Totschna goes to Odessa - Weisse Nacht 
Eine musikalisch-literarische Anspielung

Totschna Ensemble:
Michail Schwanetzkij         Schriftsteller/Satiriker 
Sybille Aeberli                      Stimmme, Gitarre
Alexander Ionov                  Balalaikas, Stimme, Perkussion
Lukas Heuss                        Klarinette, Sax, Stimme
Oleg Lips                               Akkordeon, Stimme

Totschna pflegt seit Jahren den russisch-schweizerischen Dialog. Ihre neueste Produktion ist eine Liebeserklärung an die Perle am schwarzen Meer. In "Totschna goes to Odessa" wird das geschichtsträchtige Musik- und Liedgut der lebensfrohen Vielvölker-Stadt szenisch interpretiert. Dies zusammen mit Kurztexten des 1934 in Odessa geborenen Satirikers Michail Schwanetzki szenisch interpretiert.

12.05.2007  
Jubiläumsveranstaltung fünf Jahre OKNO  

Die Künstlerfamilie Pasternak
Literatur, Musik, Philosophie, Malerei und Grafik

Ulrich M. Schmid                Slavist
Christine Fischer               
Übersetzerin
Tamara Kordzade              Pianistin

Boris Pasternak (1890–1960) stammte aus einer der berühmtesten Künstlerfamilien Moskaus. Sein Vater Leonid war ein einflussreicher renomierter Maler und Graphiker. Seine Mutter feierte Erfolge als Konzertpianistin.  Boris Pasternak wollte zuerst eine Musikerlaufbahn einschlagen und komponierte auch selbst. Erst später kam er zur Literatur. (Doktor Schiwago). Wenig be-
kannt sind auch seine Gedichte. Diesen Frühling kam im Pano Verlag Zürich der Gedichtband „Definition der Poesie“,  Gedichte russisch-deutsch von Boris Pasternak heraus. 
Zu Leben und Werk Pasternaks sprach Ulrich M. Schmid, die Gedichte wurden von Christine Fischer vorgetragen und Klavierkompositionen Pasternaks und Alexander Skrjabins von Tamara Kordzadze interpretiert.
 

 22.04.2007
Neueste Animationskunst aus Russland
  

Acht Animationsfilme (2003-2006) davon sechs Schweizer Premieren.

Das Animationsfilmschaffen in Russland hat eine lange Tradition. Die Anfänge liegen vor der Revolution. Trotz engem politischen Umfeld und Zensur entstanden im Laufe der Jahrzehnte herrliche Meisterwerke. Allerdings durchlief auch dieses Filmschaffen nach der Wende eine tiefe Krise. Die Zensur fiel zwar weg, aber auch staatliche Studio-, Produktions- und Distributions-
strukturen. Seit Ende der 1990iger Jahre erfährt der Animationsfilm dank der langen Tradition, soliden Ausbildungsmöglichkeiten und staatlicher Filmförderung eine neue Blütezeit. Die russischen Animationsfilme zählen heute wieder zu den weltbesten.
Otto Alder, eben aus Russland zurück, spricht über die aktuelle Situation in der russischen Animationsfilmproduktion und präsentiert je ein Werk aus den Jahren 2003 (A Little Night Symphonie) und 2004 (The Wind along  the Coast) sowie sechs Filme, die letztes Jahr  ent-
standen sind. Unter den sechs Schweizer Premieren ist auch der Film „Moja Ljubov“, des Oscar-Gewinners Alexandre Petrov. Es geht um jugendliche Liebe, Drang nach Heldentum und Küsse durch einen Zaun ….
Das hochaktuelle Programm will die Originalität, die Lebendigkeit, Professionalität und die künstlerische Vielfalt der russischen Animationsszene hervorheben.
In den beseelten Figuren finden wir unzählige Facetten menschlicher und insbesondere russischer Eigenart.
 

 31.03.2007
Kammeropern aus St. Petersburg

Nikolai“ von Mark Belodubrovski 
„Kuprijanov und Natascha“ von Sergei Oskolkov


2005 komponierten Mark Belodubrovsky und Sergei Oskolkov zwei Kammeropern als gemeinsames Projekt. Die Inspiration dazu gaben der hundertste Geburtstag von  Daniil Charms und von Aleksandr Vvedenski. Letzterer starb 1941 auf einem Häftlingstransport und Charms verhungerte 1942 in einem Leningrader Gefängnis. Sie waren Mitbegründer der „Oberiuten“, der Entdecker des Absurden als Ausdruck des tragischen Seins und des Überlebens. Beide Opern sind für zwei Sänger (Sopran und Bariton) sowie für  Klavier, Violine,  und Cello geschrieben


04.03.2007

Das Dritte Rom  
Ein Mythos oder politische Realität?


Vortrag von Dr. Alexey Makhrov

Die Theorie von Moskau als dem „Dritten Rom“ wurde 1523 – 1524 vom Mönch Filofei in einem Brief konzipiert:  „Zwei Roms fielen, das Dritte Rom steht und das Vierte wird es nie geben.“ Diese Worte wurden eine der am stärksten umstrittenen Formulierungen der russischen Weltanschauung. Die Vorstellung von Moskau als dem „Dritten Rom“ trat jedoch erst im 17. Jahrhundert in den Vordergrund. In der Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde Filofeis Theorie den politischen Realitäten angepasst. Dies führte zum Krieg von 1877 - 78, in welchem Russland beinahe Konstantinopel eroberte. Die Revolution und die Entstehung der sowjetischen Supermacht hat auch das „Dritte Rom“ verwandelt: Es wurde als frühere Abfassung des russischen Anspruches auf Weltherrschaft betrachtet. Auch heute bleibt dieses ideologische Konstrukt hochaktuell

22.01.2007
Daniel Schnyder Trio
Worlds Beyond

Daniel Schnyder      Saxophon und Komposition
Tomoko Sawano    
  Klavier 
Stefan Schulz 
          Posaune


Der in New York lebende bekannte Schweizer Komponist und Saxophonist Daniel Schnyder brachte OKNO zum Jahresbeginn mit seinem Trio einen fulminanten Auftakt. Das Programm überschritt  Länder- und Spartengrenzen. Ost und  West, Klassik und Jazz, Musiker aus Deutschland, Japan und der Schweiz trafen zusammen. Die herrlichen Kompositionen von Daniel Schnyder begegneten der hierzulande wenig bekannten Musik des Russen Alexander Lebedev. Aus der Wahlheimat Schnyders erklang Musik von George Gershwin – eines amerikanischen Klassikers russischer Abstammung. Zum besonderen Hörerlebnis trug auch die instrumentale Zusammensetzung bei.  

03.12.2006
Vera Pavlova und Ilma Rakusa
im lyrisch-musikalischen Dialog

Zwei wesensverwandte Lyrikerinnen treffen sich im KulturAtelier zu einem poetisch – musikalischen Dialog . Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin Ilma Rakusa stellt Vera Pavlova vor. Die bekannte Moskauer Lyrikerin gehört der jungen Generation der „Dichterzunft“   
("Cechpoetov“) Russlands an und führt zugleich eine grosse Tradition der russischen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts weiter -  vor allem jene Marina Zwetajewas. An diesem Abend steht Liebeslyrik im Mittelpunkt. Vera Pavlova liest eine Auswahl ihrer Gedichte aus den letzten zwei Jahrzehnten. Ilma Rakusa trägt die Übersetzungen ins Deutsche vor und antwortet mit eigenen poetischen Texten aus den Bänden Ein Strich durch alles und Love after love. Lieder Tschaikowskys und Schumanns begleiten die Lesung (Stimme  -  Vera Pavlova Klavier - Ilma Rakusa ) 

19.11.2006
Was braucht es für ein Wunder?
Ralph Dutli liest Gedichte von Joseph Brodsky

Ralph Dutli gestaltet einen Abend mit seinen Neuüber-setzungen von Gedichten Joseph Brodskys (1940 – 1996) aus dem Band „Brief in die Oase“ (2006). Für den russisch-amerikanischen Literaturnobelpreisträger war die Lyrik „unser anthropologisches, genetisches Ziel, unser sprach-evolutionärer Leitstern“. Zehn Jahre nach Brodskys Tod erscheint mit diesem Band die bisher umfangreichste deutschsprachige Sammlung seiner  Gedichte, eine repräsentative Auswahl aus allen seinen Gedichtbüchern von „Haltestelle in der Wüste (1970)  bis „Landschaft mit Hochwasser“ (1996).  Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den hierzulande noch gänzlich unbekannten testamentähnlichen Werken aus seinen letzten Lebensjahren.

29.10.2006  
Junge Klassik-Virtuosen
aus St. Petersburg

Junge Klassik-Virtuosen aus St. Petersburg. Auch 2006 traten junge Talente aus dem Lyzeum am Konservatorium St. Petersburg mit einer Konzerttournee in der Schweiz auf, unterstützt von der Stiftung St. Petersburg. Wir begrüssten im KulturAtelier D. Korotkova (Klavier), E. Tjun (Violine), K. Tkacenko (Cello), S. Cernyshev (Klarinette), A. Markova (Klavier), S. Dogadin (Violine) und E. Djakova (Klavierbegleitung) unter der Leitung der Lyzeumsdirektorin Valentina Fedossejeva - mit einem spannenden Programm aus Werken von Mendelssohn, Chopin, Tschaikowski, Weber und Grieg. 


01.10.2006  
Das Gesamtkunstwerk in der russischen Avantgarde:
Prosagedicht, Graphik, Film

Mit Ulrich M. Schmid und Adrian J. Wanner

Die Faszination, die von den Werken der russischen Avantgarde ausgeht, gründet unter anderem auf der romantischen Idee der Kombination und Vermischung verschiedener Medien und Genres. Die beiden Schweizer Slavisten Ulrich M. Schmid (Ruhr-Universität Bochum) und Adrian J. Wanner (Pennsylvania State University) zeigen anhand von unterschiedlichen Werken, darunter des Prosage-dichtalbums  Klänge von Wassily Kandinsky, wie sich diese Idee konkret manifestiert. Ausserdem sollen Entwicklungslinien aufgezeigt werden, die von der Avantgarde zur Gegenwartskunst führen.   


30.06.2006
Wie es Euch gefällt
Eine Weisse Nacht mit russischer Klaviermusik

Tea Chkuaseli, Tamara Kordzadze, Kristine Stutidze (Georgien)
Elina Kaikova (Russland) und Simone Keller (Schweiz)
Interpretieren bekannte und seltener gespielte Klavierstücke aus Russland von Mussorgskij bis Ustvols-kaya.     

Wenn in St. Petersburg gerade die berühmten weissen Nächte langsam abklingen, führt das KulturAtelier durch zwei Jahrhunderte der Russischen Musik – von der Ro-mantik bis zur Avantgarde. Im Rahmen einer musikalischen Weissen Nacht präsentieren wir einen beeindruckenden zehnhändigen weiblichen „Klavier-Marathon“ mit Musikerinnen aus Russland, Georgien und der Schweiz.

28.05.2006
Was singt der Vogel im Käfig

Hin- und Her - Lesung mit Wjatscheslaw Kuprijanow und Franz Hohler 

Zwei Meister des Genres spielen sich Kurzgeschichten zu. Zwei verwandte Geister treffen sich: Ihr Blick auf die Skurrilitäten des Lebens und ihre Fähigkeit, diese in kurzen Texten darzustellen, macht sie zu „Urenkeln“ von Daniil Charms. Wjatscheslaw Kuprijanow, ein Meister „leiser Ironie“, der wie kein anderer russischer Autor das Genre der Anti-Utopie pflegt (Moskauer Deutsche Zeitung) begegnet Franz Hohler, dem „phantastischen Realisten“, der „fast alles versucht und gemacht hat, was ein Wortkünstler machen und tun kann“ (Urs Widmer). Franz Hohler wird auf Texte von Wjatscheslaw Kuprijanow mit eigenen Texten antworten und einige schweizerdeutsche Übersetzungen von Gedichten Kuprijanows vortragen.

30.04.2006
Sofia Gubaidulina: Galgenlieder

Konzert zum 100. Geburtstag von Paul Sacher

Prof. Dr. Laurenz Lütteken                                   Einführung
Verena Barbara Gohl                                             Gesang
Ivan Manzanilla                                                        Perkussion
Andreas Cincera                                                     Kontrabass
Benno Muheim                                                        Dramaturgie
Markus Brunn                                                          Lichtgestaltung

Gubaidilenas Galgenlieder (1996) wurden gespielt im Rahmen der Veranstaltungsreihe Paul Sacher zum 100. Geburtstag. Der 15-teilige Zyklus für Stimme (Verena Barbara Gohl), Kontrabass (Andreas Cincera) und Schlagzeug (Ivan Manzanilla) basiert auf den Texten des gleichnamigen Gedichtbandes Christian Morgensterns. Die Musik interpretiert und reflektiert die vielschichtigen Bedeutungsebenen der Texte und findet in theaterähnlichen Szenen eine neue Form.


08.03.2006
Tag der Frau im KulturAtelier

Musik und Fotografie 

Ein Geheimnis der russischen Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts und ein Lyriker mit dem Fotoapparat

Viktor Kiselev                     Fotografie
Simone Keller                     Klavier
 

Zum Frauentag veranstaltet OKNO in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Russischen Föderation die Vernissage einer Fotoserie von Viktor Kiselev, welche Frauen in drei Lebensaltern zeigt. Der musikalische Teil des Abends ist eine Hommage an eine grosse und noch viel zu wenig bekannte Russin – die Komponistin Galina Ustvolskaya (*1919). Die Pianistin Simone Keller spielt an diesem Abend kammermusikalische Werke Ustvolskayas und zwei kleine Werke zeitgenössischer Schweizer Komponistinnen – Maria A. Niederberger (*1949) und Katharina Rosenberger (*1971).   



19.02.2006
Iwan Bunin: Verfluchte Tage

Ein Revolutionstagebuch
Literarisch-musikalische Anspielung
 

Dorothea Trottenberg               
Übersetzung/ Lesung Deutsch
Tea Chkuaseli                            
Klavier/ Lesung Russisch

Verfluchte Tage - das Tagebuch Iwan Bunins aus der Zeit des russischen Bürgerkrieges - wurde von Dorothea Trottenberg erstmals ins Deutsche übersetzt und erschien im Herbst 2005 im Dörlemann Verlag Zürich. Bunins ablehnende Haltung gegenüber der Revolution kommt in diesem Buch unverhüllt zum Ausdruck. Er fasst seine Eindrücke aus den Jahren 1918/19 in Moskau und Odessa zu einem literarisch streng durchkomponierten Werk zusammen.
Die georgische Pianistin Tea Chkuaseli begleitet den Abend mit Werken der Komponisten Igor Strawinsky und Sergej Rachmaninow, die wie Bunin ins Exil gingen, und ihres nach einer kurzen Exilzeit in die Sowjetunion zurückgekehrten Zeitgenossen Sergej Prokofjew.   




22.01.2006
Hommage an Dmitri Schostakowitsch und Sofia Gubaidulina


2006 findet das 100-Jahre-Jubiläum des grossen sowjetischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) statt und feiert Sofia Gubaidulina (*1931), eine führende Vertreterin der sowjetischen Neuen Musik, ihren  75. Geburtstag. So begann Okno das Jubiläumsjahr mit einer Hommage an die beiden Komponisten, in deren Rahmen die russischen Musiker Alexander Neustroev (Cello), Dmitri Demjashkin (Piano) und Oleg Lips-Rou-miantsev (Bajan) Werke der Jubilare interpretieren.




04.12.2005
Venedikt Erofeev: Moskau - Petuški

Ein Poem, neu übersetzt und kommentiert von Peter Urban 

Der grosse Vermittler russischer Literatur Peter Urban stellt seine Neubearbeitung des bisher als Reise nach Petuschki bekannten Underground-Kultbuchs von Venedikt Erofeev vor, das dieses Jahr bei Kein & Aber herausgekommen ist.
Schon der schlichte, dem Original treue Titel Moskau – Petuški deutet die substantielle Veränderung an, die das im Winter 1969 entstandene Poem in Urbans auf Authentizität bedachter Übersetzung erfahren hat. Der inoffizielle sowjetische Klassiker erscheint mit einem umfangreichen, äusserst informativen Kommentar und einem Nachwort des Übersetzers. Die Neuausgabe revidiert zählebige Missverständnisse und Verzerrungen in der Rezeptionsgeschichte von Erofeevs Buch.




20.11.2005 
Musikalische Impressionen aus Weissrussland

Minsker Streichquartett

In Begleitung von   Bruno Meier und Han Jonkers

In Zusammenarbeit mit der „Partnerschaft Aargau-Belarus“ präsentiert Okno das aus vier jungen Musikern bestehende Minsker Streichquartett, welches in Begleitung von Bruno Meier (Flöte) und Hans Jonkers (Gitarre) Werke zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten aus Weissrussland interpretiert. Die weissrussische Musikszene orientiert sich weniger am aktuellen internationalen Musikschaffen denn an Modellen aus der eigenen Musikgeschichte. Ihr Weg zum Heute begann 1990, und zwar mit der Gründung der Weissrussischen Gesellschaft für zeitgenössische Musik. Das Minsker Streichquartett spielt im KulturAtelier im Rahmen seiner Schweizer Tournee und präsentiert die soeben erschienene CD in Anwesenheit der bekannten weissrussischen Komponistin Galina Gorelova


29.10.2005
Lange Nacht der kurzen Geschichten mit Andrej Kurkow

 
– Im Rahmen der Zürcher Langen Nacht der kurzen Geschichten las der ukrainische, auf Russisch schreibende Schriftsteller Andrej Kurkow aus seinem Roman Die letzte Liebe des Präsidenten vor und improvisierte am Klavier. Es folgte ein Publikumsgespräch und eine lange Filmnacht mit sowjetischen Musicals der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts.   


 18.06.2005
Weisse Nacht mit Mirjam Tschopp (Violine) und Alexey Botvinov (Piano)

Im ersten Teil des musikalischen Programms spielten Mirjam Tschopp und Alexey Botvinov  neben Werken von J. S. Bach und S. Prokofjew die Elegie "Weisse Nächte" des wenig bekannten russisch-schweizerischen Komponisten Paul alias Pawel Juon. Den zweiten Teil bestritt Alexey Botvinov alleine, und zwar mit einem Klavierauszug des originellen, bis in die 80er-Jahre tot geschwiegenen ukrainischen Komponisten Alemdar Karamanow. Begeisterten Zuspruch erhielt in dieser langen Nacht aber nicht nur die Musik, sondern auch das russische Buffet in der Pause, das dank den sommerlichen Temperaturen auf der wunderschönen Terrasse des KulturAteliers angeboten werden konnte.  


01.05.2005
Konzert zum russischen Osterfest mit dem Vokalensemble Vivat (St. Petersburg)

Zum russischen Osterfest, das dieses Jahr auf den Tag der Arbeit fiel (Julianischer Kalender), sang das für seine besondere Gesangstechnik bekannte Männerquartett Vivat unter der Leitung von Viktor Stupnev geistliche und weltliche Vokalmusik aus Russland - von alten sakralen Kirchenliedern anonymer Komponisten bis hin zu Volk- und Jazzstücken. Eingeleitet wurde das Programm von Maria Shevrekuko, die über die Ursprünge und Bräuche des russischen Osterfests berichtete. Zu diesen gehört der traditionelle "Kulitsch", ein Brotkuchen, der für die kulinarische Note sorgte.  

10.04.2005
 Lev Tolstoj: "Familienglück". Literarisch-musikalische Anspielung

Ein Tolstoj-Abend mit einem starken Frauentrio: Die Übersetzerin Dorothea Trottenberg präsentierte Lev Tolstojs Roman "Familienglück" in Auszügen aus ihrer kürzlich erschienenen Übersetzung, die der Modernität dieses wenig bekannten Frühwerks endlich gerecht wird, und erläuterte ihn im Kontext von Tolstojs Biographie und Gesamtwerk. Ergänzt durch Marina Karlins wunderbare Lesung des russischen Originals und Annette Weisbrods intensive Interpretation der im Roman erwähnten Klavierwerke von Beethoven und Mozart, brachte das Programm den subjektivierenden Lyrismus des Romans motivisch und klanglich zum Ausdruck.  


27.02.2005
Carte blanche für Ralph Dutli: "Und lern beim Stern der weiss / Was es bedeutet: Licht". 
Lesung mit Gedichten von Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa und Anna Achmatowa (russisch & deutsch)

Auf seine unvergleichlich lebendige Art und Weise las Ralph Dutli ausgewählte Gedichte von Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa und Anna Achmatowa im Original und in seiner Übertragung vor. Mit viel Detailkenntnis stellte er das Werk der drei grossen russischen Dichter in den Kontext ihrer Biographien und gegenseitigen Beziehungen und brachte dem Publikum auch unbekanntere Facetten ihres Schaffens näher - von Liebeslyrik bis zu Scherzgedichten. Ein Poesieabend voller Zauber, an welchem dem Publikum nicht nur aufgrund des grossen Andrangs fast die Luft wegblieb.  



23.01.2005

Anton Čechov - "Der Roman mit dem Kontrabass" und "Über die Schädlichkeit des Tabaks". 
Literarisch-musikalisches Bühnenprojekt im Theater am Neumarkt

Für dieses heitere Bühnenprojekt mit zwei wenig bekannten Meistererzählungen von Anton Čechov im Dialog mit musikalischen Werken der russischen Romantik genoss "Okno" Gastrecht im Theater am Neumarkt. Der Schauspieler Helmut Vogel überzeugte durch seinen brillanten Vortrag der Texte, während die beiden Musiker Andreas Cincera (Kontrabass) und Oleg Lips-Roumiantsev (Akkordeon) nicht nur musikalisch glänzten, sondern mit sichtlichem Vergnügen auch ihr schauspielerisches Talent auskosteten, um die schmunzelnde (Tragi-)Komik der Erzählungen zu unterstreichen.  

15.01.2005
Extraveranstaltung mit Viktorija Tokarjewa.
Lesung und Diskussion

Ein ganz besonderer Abend mit der russischen Erfolgsautorin, die mit ihren viel gelesenen Büchern ein Millionenpublikum begeistert. Mit der Simultanübersetzung von Angelika Schneider war es dem Publikum möglich, Fragen an Viktorija Tokarjewa zu richten und dabei Persönliches über die auch als Drehbuchschriftstellerin bekannte Autorin zu erfahren. Ein grossartiger Abend, der von einem wissensbegierigen Publikum lebte und musikalisch von der Pianistin Katja Palamartschuk umrahmt wurde.  


12.12.2004
Play Blues.  
Literarisch - musikalische Anspielungen mit Jurij Galperin und Christoph Grab


Mit der Präsentation seines biographischen Romanes "Play Blues" eröffnete Jurij Galperin einen sehr persönlichen Einblick in die Welt seiner Jugend. Eindrücklich entwarf er dem Publikum eine Vorstellung von Russland in den 50-iger Jahren, in dem sein Vater als begnadeter Saxophonist in seiner leidenschaftlichen und kompromisslosen Art ständig an die Grenzen der sowjetischen "Musikordnung" stiess. Der brillante Jazz-Musiker Christoph Grab improvisierte zu den Texten des Buches und zeichnete mit seinen Interpretationen musikalisch das Leben von Galperins Vaters nach.  
Mit der Präsentation seines biographischen Romanes "Play Blues" eröffnete Jurij Galperin einen sehr persönlichen Einblick in die Welt seiner Jugend. Eindrücklich entwarf er dem Publikum eine Vorstellung von Russland in den 50-iger Jahren, in dem sein Vater als begnadeter Saxophonist in seiner leidenschaftlichen und kompromisslosen Art ständig an die Grenzen der sowjetischen "Musikordnung" stiess. Der brillante Jazz-Musiker Christoph Grab improvisierte zu den Texten des Buches und zeichnete mit seinen Interpretationen musikalisch das Leben von Galperins Vaters nach.  


13. & 14.11.2004

Daniil Charms!

Mit Maria Thorgevsky und Dan Wiener

Mit einem sprühendem Feuerwerk voller Verrücktheiten brachten Maria Thorgevsky und Dan Wiener einem staunenden Publikum den erstaunlichen und ungewöhnlichen Dichter Russlands Daniil Charms näher. Mit zauberhafter Mimik schufen sie eine literarische Zirkusatmosphäre, die begeisterte.  


17.10.2004
Carte blanche für Peter Urban

Der bekannte und vielfach preisgekrönte Tschechow-Forscher, -Übersetzer und -Herausgeber Peter Urban gab einen interessanten Einblick in seine jahrzehntelange Beschäftigung mit dem reichen Werk des Schriftstellers. Urban übersetzt die russischen Texte mit grösster Authenzität nach Tschechows Forderung: "Glätte nicht, poliere nicht, sondern sei ungeschlacht und frech. Kürze ist die Schwester des Talents." Urban illustrierte anhand von Beispielen, wie Tschechows Originaltexte falsch übersetzt und ausgeschmückt werden und brachte dem Publikum seine arbeitsintensiven Bemühungen näher, den unverfälschten Tschechow ins Deutsche zu übertragen. Als Abschluss dieser lehrreichen und unterhaltsamen Veranstaltung rezitierte Urban eine bisher unveröffentlichte Geschichte Tschechows und stellte sich nachher bei einer Zigarette den vielen Fragen aus dem Publikum.  


24. - 30.09.2004
Auf Tschechows Spuren - 

Eine Krimreise zum 100. Todestag von Anton Tschechow

Eine  eindrückliche Veranstaltung war die siebentägige Reise auf die Krim, dorthin, wo Tschechow seine letzten Lebensjahre verbrachte. Auf dem Programm stand der Besuch seiner "Weissen Datscha" am Stadtrand von Jalta, seiner zweiten Datscha in der malerischen Bucht bei Gursuf, sowie der Kirche des Heiligen Feodor Tiron, wo die kirchliche Trauung von Tschechow mit der Schauspielerin Olga Knipper stattfand. Ein grosses Erlebnis war auch der Besuch des Hauses bei Gursuf in dem Puschkin kurze Zeit weilte. Ganz besonders war die Besichtigung der berühmten Weinkellereien "Massandra" sowie der Ausflug nach Bachtschisaraj zum Khanpalast und die Reise nach Sewastopol. Als krönender Abschluss der eindrucksvollen Kultur-Entdeckungstour war die Fahrt mit dem Nachtzug von Simferopol nach Odessa, die Besichtigung und Begehung der berühmten Treppe mit den 192 Stufen, dann der Stadtrundgang und das Mittagessen bei Äbtissin Serafima im Frauenkloster sowie der Besuch des Literaturmuseums und der im Umbau befindlichen herrlichen Oper.  


19.06.2004
Weisse Nacht mit dem Russkij Chor Zürich 
und einer Ausstellung mit Fotografien von Elisabeth Calder zum Thema Okno

Eine unvergessliche Veranstaltung, die bis in die frühen Morgenstunden zu immer neuen Höhepunkten stieg. Der Russkij Chor unter der Leitung von Jana Vassilenko, begleitet von Elena Hurni-Ostrikova am Flügel, entführte das Publikum in die russischen Weiten sowohl mit musikalischen Werken von A. A. Aljabiev, A. S. Arenskij, P. P. Bulachov, M. M. Ippolitov-Ivanov, I. I. Matvijenko und B. P. Scheremetiev, als auch mit Rezitationen der Lyrik von A. A. Delwig, M. J. Lermontov, A. N. Majkov, A. S. Puschkin, A. A. Schaganov und P. A. Wjasemskij. Als Solistin eines klassischen Programms begeisterte die Sängerin Maria Batova, begleitet von der Pianistin Marina Belaja. Das Duo Alexander Ionov (Balalajka) und Sergej Simbiriev (Akkordeon) öffnete nach Mitternacht ihre sprühende russische Seele. Zu diesem stimmungsvollen Abend trugen nicht nur Elisabeth Calders wunderbare Fotografien bei, sondern auch der kulinarische Gaumenschmaus von Loudmila Glazounova, die mit immer neuen Leckerbissen aus der russischen Küche die Gäste verwöhnte.  


16.05.2004
Andrej Kurkow - Literarisch-musikalische Anspielungen

Andrej Kurkow las stimmungsvoll aus seinem neuesten, im Diogenes Verlag 2003 erschienenen Roman "Pinguine frieren nicht". Zwischen den Kapiteln setzte er sich an den Flügel und begeisterte das Publikum mit hinreissenden Stücken, die der vorgetragenen Geschichte noch eine Dimension dazu fügte. "Leicht und traurig wie das Leben", so nahm uns Andrej Kurkow auf eine Reise an die Grenze des Surrealen, bisweilen Märchenhaften. Unter der Leitung von Sabine Witt (Kulturjournalistin) ging der Autor herzlich auf Fragen aus dem Publikum ein und erlaubte einen sehr persönlichen Einblick in seine Person und sein Schaffen.  


25.04.2004
Fern unter Sternen - Poesie und Musik. 

Die Gedichte von Afanasij Afanasjewitsch Fet (1820-1892)

Dinah Hinz rezitierte mit ihrer bekannten Stimme stimmungsvoll die Gedichte von Fet. Seine Poesie ist von grosser Musikalität und wurde einfühlsam umrahmt vom Klavierspiel Boris Chnaiders u.a. mit Werken von A. Borodin, S. Prokofjew, S. Rachmaninow, P. I. Tschajkowskij. Eine wundervolle Darbietung von moderner Lyrik, die in unserem Kulturkreis leider wenig bekannt ist und ein Licht auf das bewegte Leben des Dichters warf.  


28.03.2004
 Begegnung mit Swetlana Geier.

 Einblicke in ihre Dostojewskij Übersetzungen

Swetlana Geier eröffnete einem interessierten Publikum einen völlig neuen Blick auf den grossen Russen. Ihre Übersetzungen sind nicht veredelt und geglättet, sondern möglichst präzise und authentisch am Original ausgerichtet. Nicht nur die Titel nimmt Swtlana Geier wortgetreu: "Die Dämonen" wurden im Russischen zu "Böse Geister" und "Schuld und Sühne" heisst jetzt "Verbrechen und Strafe". Auch zeigen die Romanfiguren ihre ursprünglichen Ecken und Kanten. Swetlana Geier gewährte einen sehr persönlichen Einblick in ihre Übersetzertätigkeit und in ihre tiefe Beziehung zu Dostojewskijs Schaffen.  


29.02.2004
«Bewegte Bilder, bewegte Seele»

Eine Reise durch die Welt des Russischen Animationsfilmes

Tanja Huber von "trembling frames" führte zusammen mit dem russischen Animationsfilmer Andrej Zolotuchin durch ein reiches Programm mehrerer Animationsfilme von den Anfängen (1909) bis heute. Faszinierend, wie die auf Papier gezeichneten, auf Glas gemalten, aus Sand oder Knetmasse erschaffenen Figuren, beseelt von den Animationsfilmern die Facetten der Russischen Eigenart verkörpern und mal dramatisch, romantisch, humorvoll, mal melancholisch und sehnsüchtig das Publikum verzauberten.

05.05.2002

Wjatscheslaw Kuprijanow – Alfred Zimmerlin. Literarisch-musikalische Anspielungen
Der Moskauer Schriftsteller und Übersetzer Wjatscheslaw Kuprijanow las auf russisch und deutsch Lyrik und Kurzprosa aus seinen neuesten Werken. Der Zürcher Musiker und Komponist Alfred Zimmerlin improvisierte als Spontankomponist auf seinem Cello zu Kuprijanows hintergründig-humorvollen Worten. Es entstand ein launiges Wechselspiel von Worten und Klängen.    


25.01.2004
Leo Tolstois «Krieg und Frieden». Die Urfassung. 

Buchvernissage anlässlich der deutschen Erstveröffentlichung der Urfassung von Lev Tolstojs «Krieg und Frieden»

Dorothea Trottenberg hat die lange als nicht rekonstruierbar geltende Urfassung von «Krieg und Frieden» ins Deutsche übersetzt und lässt einen neuen Tolstoi entdecken. Es wurden von der Buchautorin persönlich, unterstützt von Elena Baitmann, Christine Lötscher und Thomas Grob, Ausschnitte in Deutsch und Russisch vorgetragen und kommentiert. Einem aufmerksamen Publikum wurde eine Fülle aufregender Details präsentiert, wie z.B. die grotesken und satirisch-komischen Charakterisierungen, die in späteren Fassungen gestrichen, bzw. moralisch und ideologisch geglättet wurden, oder auch die ausserordentlich naturalistischen Schilderungen.  

14.12.2003
Frost in Abramzewo. 

Aufzeichnungen von Wenedikt Jerofejew in einer Übersetzung 
von Sergej Gladkich. Literarisch-musikalische Anspielungen

Wenedikt Jerofejew (1938–1990), Autor des Kultbuches  «Moskau – Petuschki», vermittelt in seinen unveröffentlichten Tagebüchern und Notizen einen intimen Einblick in sein Innenleben. Zum ersten Mal gelangten Wenedikt Jerofejews Aufzeichnungen vor ein Publikum: in einer mit Musik untermalten Lesung von Ljudmila Skripkina, begleitet von Sergej Batt mit einem Bajan, dem Russischen Knopfakkordeon.  

02.11.2003
Michail Schischkin. Literarisch-musikalische Anspielungen. 

Vernissage anlässlich der deutschen Erstveröffentlichung seines 
literarisch-historischen Reiseführers «Die russische Schweiz»

Michail Schischkin versteht es meisterhaft, grosse Zusammenhänge mit kleinen Details zu verknüpfen. Seine Übersetzerin Franziska Stöcklin nahm das zahlreich erschienene Publikum auf eine Schweizer Reise. Chris Wiesendanger, der mehrmals in Russland auf Tournee war und mit seiner Musik bis nach Sibirien kam, untermalte mit seinen sensiblen Klavierimprovisationen gekonnt die Texte des Autors. Anschliessend folgte eine interessante Diskussion mit Michail Schischkin.  

28.09.2003
Vera Zubareva. Traktat über Engel.  

Ein Versepos

Die Autorin Vera Zubareva und ihre Übersetzerin Kirstin Breitenfellner gestalteten den Abend als Performance. Sie lasen die Gedichte in Russisch und Deutsch vor dem Hintergrund einer  von Vad Chariton dazu komponierten Musik. Dieses Versepos schildert auf ironisch-ernsthafte Weise die Konfrontation des postmodernen Menschen mit den Engeln. Ausstellung von zwölf Exponaten aus den Buchillustrationen von Ernst Neizvestnyi.  


31.08.2003
Pjotr Iljitsch Tschaikowski - «Die Jahreszeiten»

Mit seinem lyrischen Klavierzyklus hat Tschaikowski für jeden der zwölf Monate des Jahres ein Charakterbild gemalt. Interpretiert werden «Die Jahreszeiten» vom russischen Konzertpianisten Alexey Botinov. Die Schauspielerin Maria Thorgevsky liest jeweils das von Tschaikowski für jedes der zwölf Stücke ausgewählte Gedicht.  


13.07.2003
Konstanten und Wandel im russischen Alltag. 

Beobachtungen von aussen

Eine Diskussion zwischen Dr. Regula Heusser-Markun, Redaktorin NZZ und Buchautorin, und Roman Berger, ehem. Korrespondent des Tages-Anzeigers in der Sowjetunion. Die beiden Journalisten und langjährigen Russlandkenner führten ein Gespräch, in dessen Mittelpunkt Lebensumstände und Alltagsgestaltung der Menschen im heutigen Russland auf dem Hintergrund der Sowjet-Ära standen. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Fragen wurden im Spiegel einer Bevölkerung erörtert, die in den vergangenen fünfzehn Jahren radikalen sozio-ökonomischen Veränderungen ausgesetzt war. Interessant waren insbesondere auch die Beobachtungen von Russinnen und Russen, die in der Sowjetunion aufgewachsen sind, heute aber ihren Lebensmittelpunkt  in der Schweiz haben.  



13.06.2003
Salon St. Petersburg. Weisse Nacht der Poesie und Musik

Im Juni beginnen in St. Petersburg die berühmten weissen Nächte, in denen es nicht mehr dunkel wird. Man flaniert bis spät in den Strassen und beobachtet wie die Brücken hochgezogen werden. Die weissen Nächte sind auch die Zeit der poetischen Schlaflosigkeit, die von vielen russischen Dichtern in Gedichten beschrieben worden ist. Der Salon St. Petersburg widmete sich aus diesem Anlass dem «silbernen Zeitalter der russischen Poesie» und den gesungenen Gedichten und Geschichten aus dem Russland ab Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Schauspielerin und Sängerin Maria Thorgevsky (Basel/St. Petersburg) und die Musiker Alexander Ionov (Balalaika – Zürich/Moskau), Sergej Simbirev (Akkordeon – Rotkreuz/Moskau) und Dan Wiener (Gitarre/Rezitation/Gesang – Basel) gestalteten einen bis in die frühen Morgenstunden dauernden, mitreissenden Abend.  



25.05.2003
Russisches Kulturschaffen in der Emigration. 

Literarisch-musikalische Anspielungen

Der in Leningrad geborene, seit 1993 als freier Schriftsteller und Übersetzer in Salzburg lebende Schriftsteller Vladimir Vertlib las in Deutsch und Russisch aus seinen Werken «Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur» und «Zwischenstationen». Alex Schlesinger, Romanist, führte mit Vertlib ein Gespräch über dessen Erfahrungen in der Emigration.
Die musikalischen Akzente setzten Leila Schayegh und Martina Schucan mit Werken von emigrierten russischen Komponisten wie Alfred Schnittke, Igor Strawinsky und Alexander Tscherepnin.
 


13.04.2003
Swetlana Geier und das russische Märchen


Alexandr Nikolajewitsch Afanasjew (1826-1871) sammelte und editierte, nach dem Vorbild der Brüder Grimm, Märchen und Sagen, die oft aus vorchristlicher Zeit stammen. Um ihre Authentizität zu bewahren, bearbeitete er sie nicht literarisch. Zu deren Übersetzung bedarf es daher ganz spezieller Kenntnisse von Geschichte, Überlieferung, Brauchtum und Sprache.
Swetlana Geier, die grosse Könnerin der Russisch-Übersetzung erläuterte, las und erzählte in Russisch und Deutsch aus der von ihr übersetzten Volksmärchensammlung Afanasjews.  

30.03.2003
Die russische Orthodoxie – Sinnlichkeit und Denktradition


Georges Gachot, Filmemacher, zeigte Ausschnitte aus seinem Film «Heiliges Russland», einem besinnlichen Werk über das orthodoxe Weihnachtsfest in Russland, in welchem in sakralen Bildern und in harmonischem Chorgesang die sinnliche Theologie der russischen Religiosität direkt erfahrbar ist. Ulrich M. Schmid, Slawist, bot Einblick in sein neues Buch über russische Religionsphilosophen des 20. Jahrhunderts. Darin analysiert der Autor die originellen, oft kühnen und polemischen Entwürfe russischer Denker. In einer Verschränkung von visueller und philosophischer Annäherung wurde versucht, die religiöse Dimension der russischen Kultur verständlich zu machen.  

23.02.2003
Felix Philipp Ingold und sein Russland

In einer Diskussion mit dem Slawisten Ulrich M. Schmid sprach Felix Philipp Ingold über seine Leidenschaft für Russland, seine persönlichen Bekanntschaften mit massgeblichen Dichtern des 20. Jahrhunderts und über die Bedeutung der russischen Literatur für sein eigenes Schaffen. Er zeigte verschiedene Facetten seiner Übersetzertätigkeit aus dem Russischen an Gedichten von Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa, Gennadij Ajgi und anderen auf. Die Originaltexte wurden von Maria Thorgevsky in russischer Sprache vorgetragen. Der Autor selbst las auch aus seinen neuesten Gedichtbänden.  



26.01.2003
Anna Achmatowa – Alexander Lokschin. Literarisch-musikalische Anspielungen

Die Dichterin Anna Achmatowa (1889–1966) und der Komponist Alexander Lokschin (1920–1987) weigerten sich, Kompromisse mit dem Sowjetregime einzugehen. Beide bezahlten dafür bitter. A. Achmatowa schuf in den Jahren der wiederholten Inhaftierung ihres Sohnes 1935–1940 den Gedichtzyklus «Requiem»,. Es ist dies ein Klagelied auf den stalinistischen Terror. 1977, 10 Jahre vor dessen Veröffentlichung in der Sowjetunion vertonte A. Lokschin das „Requiem“ in seinem Opus «Mater Dolorosa». Der Klavierauszug wurde interpretiert durch den Pianisten Boris Chnaider (St. Petersburg/Basel), der die Sängerin Tatjana Polt Lutzenko (Kiew/Basel) begleitete. Die Schauspielerin Lilly Friedrich las den ergreifenden Gedichtzyklus in Deutsch.  

01.12.2002
Dmitrij Prigow und Ilma Rakusa. Performance

Performance Dmitrij Prigows, eines der Begründer des Moskauer Konzeptualismus – neben Erik Bulatow und Ilya Kabakow. Ilma  Rakusa, die bekannte Schriftstellerin und Literaturkritikerin, erklärte, übersetzte und liess sich auf das gekonnte Spiel des Schriftstellers, musikalischen Sprachvirtuosen und bildenden Künstlers ein. In deutscher, englischer und russischer Sprache zeigten sich Dmitrij Prigow und Ilma Rakusa in ihrer brillanten Vielseitigkeit.  

06.10.2002
Literatur zwischen Staatskultur und Verschwörungstheorien

Podiumsrunde zur Frage des spannungsreichen Verhältnisses zwischen Literatur und Macht vor und nach der Wende in Russland. Zur Illustration wurde aus dem Werk von Wladimir Sorokin («Der himmelblaue Speck») vorgelesen. An der Diskussion nahmen teil: Michail Berg (Literaturkritiker und Schriftsteller, St. Petersburg), Schamma Schahadat (Slawistin Universität Konstanz), Ulrich M. Schmid (Slawist Universität Basel) und Dorothea Trottenberg (Slawistin und Uebersetzerin).  


15.09.2002
Pawel Pepperstein Traum und Museum. 

Eine Begegnung mit dem bildnerisch und literarisch tätigen Moskauer Künstler

Diskussionsabend mit Pawel Pepperstein, dem russischen Künstler aus dem Umkreis der Moskauer Konzeptkunst und Verfasser von Texten zu eigener Kunst, Gesprächsprotokollen, eigenständigen literarischen und philosophischen Arbeiten wie Erzählungen und Romanen. Diskussion unter Moderation von Dorothea Trottenberg (Slawistin, Übersetzerin) und Matthias Haldemann (Direktor Kunsthaus Zug).  

07.07.2002
Literarisch-musikalische Anspielungen  

aus dem künstlerischen Umfeld von Dmitrij Schostakowitsch

«Jahrhundert der Wölfe», die Autobiographie von Nadeschda Mandelstam (1899 – 1980), ist ein Zeugnis eines künstlerischen Lebens in den dunkelsten Zeiten der Sowjetunion, als manche Kulturschaffende die äussere oder innere Emigration wählten, um dem Gulag zu entgehen. Dinah Hinz las daraus eine Auswahl von Texten. Von Schostakowitsch kamen durch Andreas Cincera und Oleg Lips Rumiantsew kammermusikalische Werke zur Aufführung. Es erklang zudem Musik von Sergeij Prokofiew und der nachfolgenden Generation aus dem Umfeld von Schostakowitsch.