Bisherige Veranstaltungen

 

 

 

Einladung zur Ausstellungseröffnung: Passion Bild. Russische Kunst seit 1970

Freitag, 2. Dezember 2011, 18h30 im Kunstmuseum Bern

Sehr geehrte Damen und Herren

Zum Jahresausklang gewährt Ihnen das Kunstmuseum Bern Einblick in Arina Kowners
umfangreiche Sammlung russischer Gegenwartskunst. Die Sammlung umfasst über 200
Werke von 49 Künstlerinnen und Künstlern aus den Jahren 1970 bis 2008. Leningrad und
Moskau waren die beiden Zentren, in denen sich Künstler aus der ganzen Sowjetunion
zusammenfanden. In beiden Städten entwickelten sich in Thematik und Bildsprache
unterschiedliche Kunstströmungen, die sich in der Sammlung widerspiegeln.

Die Zürcher Sammlerin, selber russischer Abstammung, kennt oder kannte viele der Kunstschaffenden.
«Zumeist ist eine persönliche Begegnung mit dem Kauf eines Werkes verbunden», erklärt sie und
bezeichnet ihre Sammlung denn auch als «eine Dokumentation
von Erinnerungen, die mein Leben prägten».

Im Rahmen der Ausstellung haben Sie unter anderem die Gelegenheit, sich nach einer öffentlichen Führung
ein vorweihnächtliches Konzert mit russischer Musik anzuhören
(Sonntag, 11.12., Führung 11h, Konzert 12h30)
oder an einer weiteren Veranstaltung des Kulturvereins „OKNO – Fenster zur russischen Kultur“ teilzunehmen.
Weitere Angebote finden
Sie auf der Einladungskarte zur Ausstellung oder auf der www.kunstmuseumbern.ch

Gerne weisen wir auch auf das Programm des Festivals der russischen Kultur in der Schweiz
2011 hin: www.switzerland.mid.ru/de/fest2011

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und verbleiben mit herzlichen Grüssen

Dr. Matthias Frehner
Direktor Kunstmuseum Bern

 

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Mittwoch, 2. November 2011, 18.30  Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

 

Kunstschaffen in der Sowjetunion und im Postkommunismus
Vortrag und Gespräch

Ulrich Schmid                                        Slavist / Prof. Universität St. Gallen
Matthias Frehner                                  Kunsthistoriker / Dir. Kunstmuseum Bern
Sandra Frimmel                                     Kunsthistorikerin / Slav. Seminar Uni ZH

Die russische Gegenwartskunst hat ihre Wurzeln im ‚Underground’ der sechziger und siebziger
Jahre des letzten Jahrhunderts. Begriffe wie Soz-Art, inoffizielle und nonkonformistische Kunst oder
eben Untergrundkunst definieren das Schaffen von Künstlern, die sich der sowjetischen Ideologie des
sozialistischen Realismus entzogen. Im seinem Vortrag spricht Ulrich Schmid über die politische Situation 
der russischen Künstler unter Breschnjew, Gorbatschow und Jelzin und erklärt Verbindungen zwischen 
Weltanschauung und visueller Gestaltung. Im Anschluss an den Vortrag diskutieren Matthias Frehner
Sandra Frimmel
und Ulrich Schmid über das Spannungsfeld von Kunst, Politik, Religion und Gesell-
schaft in der Sowjetunion und im heutigen Russland.

Vom 3. Dezember 2011 bis 12. Februar 2012 (Vernissage 2. Dezember 18.30 Uhr) zeigt das Kunstmuseum 
Bern Arina Kowner's Sammlung russischer Kunst unter dem Titel „Passion Bild“. Das Museum setzt sich seit 
längerer Zeit mit russischer Gegenwartskunst auseinander – z. B. 2005 mit der Ausstellung „Avantgarde im Unter-
grund.
Seit 1988 reist Arina Kowner des Öfteren nach Russland. Sie verkehrte in den Kreisen inoffizieller Künstler 
und begann deren Kunst zu sammeln. So entstand eine Sammlung mit Werken von 46 Leningrader und Moskauer 
Künstlern von den 1960er Jahren bis heute. Leningrad und Moskau waren die beiden künstlerischen Zentren, in denen 
sich Künstler aus der ganzen Sowjetunion zusammenfanden. Die beiden Städte hatten eine je eigene Kunstentwicklung 
unterschiedlicher Thematik und Bildsprache.

Mitwirkende:
Matthias Frehner
studierte Kunstgeschichte, Deutsche Literatur und Klassische Archäologiean der Universität Zürich.
1988-1996 war er Konservator der Sammlung Oskar Reinhart Am Römerholz und von 1990-1996 Sekretär der Gottfried
Keller-Stiftung. Dann war er von 1996- 2002 Kunstredaktor der NZZ. Seit 2002 ist Matthias Frehner Direktor des
Kunstmuseums Bern. Sandra Frimmel studierte Kunstgeschichte und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
in Berlin und St. Petersburg. Von 2008-2010 war sie Ausstellungsassistentin im Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz. Seit
2011 ist Sandra Frimmel wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Kunst und Literatur vor Gericht“ am Slavischen Seminar
der Universität Zürich.Ulrich Schmid, studierte Slavistik in Zürich, Heidelberg und Leningrad. Er war Assistenzprofessor
am Slavischen Seminar der Uni Basel und am Institut für Slavische Sprachen und Literatur an der Uni Bern. Dann folgte
eine Professur am Slavischen Seminar der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2007 ist Ulrich Schmid Professor für Kultur und
Gesellschaft Russlands an der Universität St. Gallen. Als freier Mitarbeiter schreibt er für das Feuilleton der NZZ.

 

 

 

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  Donnerstag, 6. Oktober 2011, 19.30 h, in der Kunstplattform akku
  Klavier-Rezital: Hommage „Weisse Nächte in Sankt Petersburg“
 
Im Rahmen der Ausstellung WEISSE NACHT von Alois Lichtsteiner

    

 Alois Lichtsteiner schrieb: "Galina Ustwolskaja hat eine Seelenverwandtschaft zu meiner

    Malerei, in Ihrer Musik lese ich meine Bilder und in meinen Bildern höre ich Ihre Musik."
    Simone Keller spielt die Klaviersonaten 1, 5 und 6 von Galina Ustwolskaja sowie aus den
    Aphorismen op. 13 von Dmitri Schostakowitsch.
    Die russische Komponistin Galina Ustwolskaja wurde 1919 in Petrograd, dem heutigen
    Sankt Petersburg geboren. Sie studierte von 1937 bis 1947 am Leningrader Konservatorium
    bei Dmitri Schostakowitsch und am Rimsky-Korsakow-Konservatorium. Früh entwickelte sie
    eine eigene Musiksprache. Ihr Gesamtwerk umfasst 36 Kompositionen, von denen sie nur
    25 gelten liess, ein schmales Oeuvre, das an musikalischer Eindringlichkeit jedoch nur schwerlich
    zu überbieten ist.Galina Ustwolskaja gilt heute neben Sofia Gubaidulina als bedeutendste Komponistin Russland
    im 20. Jahrhundert.
     Simone Keller, geboren 1980 in Weinfelden, studierte an der Musikhochschule Zürich und schloss
   2006 mit dem Konzertdiplom ab. Sie besuchte Meisterkurse  und erhielt verschiedene Preise und
   Auszeichnungen. Simone Keller tritt solistisch und kammermusikalisch in verschiedenen Formationen
   und Stilrichtungen auf.
  
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KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich
Sonntag, 18. September 2011, 19 Uhr


Bündner im Russischen Reich – 

Paul Juon Bündner Komponist aus Moskau


In der Zeit zwischen 1760 und 1940 sind mehr als 1300 Bündner ins Russische Reich
ausgewandert. Dora Lardelli, Mitbegründerin des Kulturarchivs Oberengadin, spricht
zu den Gründen, der Herkunft der Auswanderer und wie sie im fremden Land lebten.
Ueli Falett, Geschäftsführer der Paul Juon Gesellschaft, widmet seine Ausführungen dem
Komponisten Paul Juon (1872 – 1940), der Russland früh verlassen hat, dies im Gegensatz
zu seinem Bruder, dem Maler Konstantin Juon 1875 -1958), der ein angesehener Künstler
auch in der Sowjetunion war. 

 

 

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Samstag, 18. Juni 2011, 20 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

 

Ein Blumenstrauss für Sofia Gubaidulina
Weisse Nacht zur Feier ihres achtzigsten Geburtstages

Andreas Cincera                                               Kontrabass
Oleg Lips-Roumiantsev                                   Akkordeon/Klavier

                                  

Im Oktober dieses Jahres wird die in Tschistopol (Tatarische Republik) geborene Sofia Gubaidulina 80 Jahre alt.
Die weltweit anerkannte Komponistin erhielt ihre Ausbildung in Kasan und Moskau mit Schwerpunkten
Klavierspiel und Komposition. Seit 1963 ist sie freischaffende Komponistin. In den 1970er Jahren entdeckte
sie als Mitglied der Improvisationsgruppe „Astreja“ durch das Spiel auf Volks - und Ritualinstrumenten neue
Klangwelten, deren Substanz sie in ihre Kompositionen einfliessen lässt. - Instrumente sind für Sofia Gubaidulina
„lebendige Wesen“: Eine besondere Affinität hat sie zum Akkordeon und zum Kontrabass, deren klangliche
 und technische Möglichkeiten sie voll ausschöpft.  
Da ihre Musik nicht den Kriterien des sowjetischen Komponistenverbandes entsprach, war sie zahlreichen
Repressalien ausgesetzt. Im eigenen Land nicht selten mit Aufführungsverboten belegt, wurden Gubaidulinas
Werke ab 1980 zunehmend im Westen gespielt. Ihre durch klangliche und instrumentale Experimente geprägte
Musik entfaltete sich in den letzten Jahrzehnten in einer spirituellen Dimension. Anfangs der 1990er Jahre emigrierte
sie nach Deutschland. 
Der Abend wird als „Weisse Nacht“ gestaltet mit einem Konzert (Werke von Sofia Gubaidulina, Dmitri Schostakowitsch,
Oleg Lips u. w.) sowie mit Ausführungen von Andreas Cincera, der auf Tourneen mit der Komponistin zahlreiche
solistische und kammermusikalische Werke von ihr spielen konnte. Auch Gedichte von Christian Morgenstern – einem
Lieblingsdichter von Sofia Gubaidulina – und ihre entsprechenden Stücke  werden aufgeführt. Es folgt ein „open end“
mit Imbiss auf der Dachterrasse.

Mitwirkende:
Andreas Cincera,
  Kontrabassist und Pädagoge, tritt als Solist, Kammermusiker und Improvisator auf. Der stilistisch
sehr vielseitige Interpret, verbindet klassische, zeitgenössische und  improvisierte Musik mit Texten und Schauspiel im
Rahmen  von Kleintheaterproduktionen.  Er unterrichtet an den Musikhochschulen Lugano und Zürich sowie am
Konservatorium „Klassik & Jazz“ auf allen Ausbildungsstufen. Zudem leitet er das Institut für Musik und Pädagogik.
Oleg Lips-Roumiantsev aus Leningrad, studierte an der Mussorgsky Musikakademie und -hochschule Akkordeon
und Klavier und erlangte 1992 das Lehr-, Dirigenten- und Artistendiplom. Seit 1994 lebt er in der Schweiz und ist
bekannt als brillanter und vielseitiger Musiker und Schauspieler, der in Soloproduktionen und mit verschiedensten
Ensembles im In-und Ausland auftritt. Er komponiert und schreibt Arrangements für die verschiedensten Besetzungen.



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Sonntag 8. Mai 2011, 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

 

  Russland – Spanien: Musikalischer Pas de Deux?

Parallelen und gegenseitige Inspiration von russischer und spanischer Musik 
im 19. und 20. Jahrhundert

Maria Luisa Cantos                              Pianistin
Cristina Urchueguia                             Musikwissenschafterin


Fragt man den spanischen Komponisten Salvador Bretons warum er 1975 die „Elegia per la mort d’en Shostakovitch,
op. 7, geschrieben habe, so spricht er von persönlicher Verbundenheit mit dem russischen Komponisten. Diese
Verbundenheit zwischen spanischen und russischen Komponisten hat Tradition. Sie geht auf das 19. Jahrhundert
zurück. Ihr Fluchtpunkt und Begegnungsort war Paris. In einer musikalischen Landschaft, die sich auch in Paris an
der dominierenden deutschen Musiksprache orientierte, gingen die Komponisten beider Länder zeitgleich dem
Bedürfnis nach, die eigene „nationale“ Musik zu entwickeln. In diesem langen Prozess des Suchens, erkannten
sich spanische und russische Komponisten als Verbündete.

Ein Ereignis, welches dazu beitrug, war Michail Glinkas Spanienreise von 1845 und seine Bearbeitung spanischer
Volksmelodien. Glinka, der Vater der russischen „Nationalmusik“, wurde zum Wegweiser für seine russischen
und spanischen Kollegen. Ihm war durch die Integration russischer Volksweisen in klassische Gattungen eine
hörbare Nationalisierung der Musik auf höchstem Niveau gelungen.

Die Spanier sahen – dank Glinkas  „Bolero“ und den „Recuerdos de Castilla“ - wie gut sich spanische Volksmelodien
in ihre klassische Musik einbinden liess. Viele Komponisten fanden aus der Distanz und der Fremde zum eigenen
musikalischen Zuhause! Werke von Enrique Granados, Alexander Skrjabin oder Sergej Prokofiew zeugen von dieser
Entwicklung.

Mitwirkende:
Maria Luisa Cantos
, die bekannte Konzertpianistin verfügt über das grösste Repertoire spanischer Musik.
Sie erhielt zahlreiche Ehrungen und Preise für ihr brillantes Spiel und ihr Engagement für die spanische Musik.
2007 schenkte sie ihre bedeutende Sammlung spanischer Musikalien dem Musikwissenschaftlichen Institut
der Universität Zürich.
Cristina Urchueguia, studierte Klavier in Valencia und Musikwissenschaft in Würzburg, wo sie 1999
promovierte. Seit 2005 ist sie in der Schweiz tätig. Zuerst am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität
Zürich und seit Februar 2011 als Assistenzprofessorin am Institut für Musikwissenschaft der Universität Bern.

 

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Sonntag, 10. April 2011, 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Nikolai Gogol – Von Mänteln und Nasen

Literarisch-musikalische Anspielungen

Urs Heftrich
                                Slavist
Gilead Mishory                         
Pianist / Komponist    
Maria Chevrekouko                Slavistin                                 

 

Nikolai Wassiljewitsch Gogol wurde 1809 in Sorotschynzi (Ukraine) als Sohn eines
Gutsbesitzers geboren. Der Vater starb, als Gogol erst 15 war. Sorgen um seine depressive,
zum Mystizismus neigende Mutter und die jüngeren Geschwister überschatteten seine Schulzeit,
während der er aber auch seine Leidenschaft für die Literatur entdeckte. 1828 ging er nach
St. Petersburg. Doch statt der erträumten glanzvollen Karriere in der Hauptstadt wartete dort
der öde Dienst eines Beamten auf ihn. Wieder rettete ihn die Literatur.
Den Durchbruch erlebte er 1831 mit seinen ukrainischen Erzählungen. Gogol war zeitlebens
ein Getriebener, ständig auf Reisen, im ständigen Hin und Her zwischen Euphorie und Verzweiflung.
Später steigerte sich seine manische Depression zum religiösen Wahn. 1852 verbrannte er das
Manuskript des zweiten Teils der „Toten Seelen“, verweigerte die Nahrungsaufnahme und starb.
Doch bis zu dieser Krise verstand er es stets, seine Seelennöte in literarische Meisterwerke umzusetzen,
denn glücklicherweise war er mit einem untrüglichen Sinn für Komik ausgestattet. Gegen das Gefühl
innerer Kälte schneiderte er die Erzählung „Der Mantel“ (1842), aus der die moderne russische
Literatur hervorging; und gegen das Leiden an seiner langen Nase schrieb er die Erzählung „Die Nase“ (1836).
Die Veranstaltung führt durch Gogols seelisches Labyrinth mit Kostproben aus seinem Prosawerk.
Gogols Texte haben immer wieder berühmten Komponisten als Anregung gedient, u. A. Janáček,
Schostakowitsch und Schnittke. Gilead Mishory gibt am Flügel einen Eindruck von dieser
musikalischen Inspirationskraft des Gogolschen Werkes. Maria Chevrekouko liest
die russischen Textausschnitte.

Mitwirkende:
Urs Heftrich, geboren in Freiburg i/Br., ist Professor für slavische Literaturen in Heidelberg und
Autor des Buchs „Gogols Schuld und Sühne“. Auch als Lyrikübersetzer und Publizist setzt er
sich für die osteuropäische Kultur  ein.
Maria Chevrekouko, geboren in Moskau, ist Slavistin und Publizistin. Sie studierte in Moskau
und Berlin. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Biel und ist Dozentin für russische Sprache an der
Universität Basel.
Gilead Mishory, geboren in Jerusalem, ist Professor für Klavier an der Musikhochschule
Freiburg i/Br. Als Pianist widmet er sich besonders Janáček, als Komponist lässt er sich häufig
durch Literatur inspirieren.

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Sonntag, 06. März  2011, 18 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

 

Ans Ende der Welt – Iwan Bunins Reisebilder und frühe Erzählungen

 

Es werden besprochen und gelesen: Am Ursprung der Tage und Der Sonnentempel. Musikalische
Umrahmung mit Werken von Nikolai Medtner und Sergei Rachmaninow. Mit der Übersetzerin
Dorothea Trottenberg, dem Herausgeber Thomas Grob und der Pianistin Tea Chkuaseli.
Dorothea Trottenberg, Slavistin, Übersetzerin klassischer und zeitgenössischer russischer Literatur.
Thomas Grob, Professor für Slavistik und Allg. Literaturwissenschaft Universität Basel.
Tea Chkuaseli, Konzertpianistin, Klavierpädagogin: Ausbildung in Tbilisi, Moskau, Zürich.

 

 

 

 

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Sonntag, 16. Januar 2011 , 18 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Montag, 17. Januar 2011, 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

 

Hürden und Hoffnungen

Aktuelles aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik aus der Russischen Föderation
und der Gemeinschaft unabhängiger Staaten mit

Peter Gysling  –     Moskau-Korrespondent von Schweizer
                                  Radio DRS und Schweizer Fernsehen

 

Peter Gysling wirkte von 1990 bis 1994 ein erstes Mal als Korrespondent in Moskau.
Damals bereiste er alle 15 ehemaligen Sowjetrepubliken. Seit Sommer 2008 ist er zum
zweiten Mal in Moskau als Korrespondent von Schweizer Radio DRS und fürs Schweizer
Fernsehen tätig. Gleich zu Beginn seiner Arbeitsaufnahme wurde er mit dem Krieg in
Georgien konfrontiert. Dann erlebte er die jüngsten politischen Auseinandersetzungen
in der Ukraine. Diesen Sommer folgten die Unruhen mit den Pogromen in Kirgistan.
Peter Gysling weilte sodann  anlässlich der Wahlen in Moldawien und in Weissrussland
verfolgte er die Wahlkampagnen um die weissrussische Präsidentschaft.

  In seinem Referat spricht Peter Gysling von den enormen, menschlichen, gesellschaftlichen
und politischen Herausforderungen, denen die Bürger Russlands und der ehemaligen
Sowjetrepubliken seit der Auflösung der einstigen UdSSR gegenüberstehen. Er kann
sich dabei auf ein reichhaltiges Informationsmaterial aus seinen zahleichen Reportagereisen
im Abstand von 15 Jahren stützen und sein Referat mit eigenen Fotoarbeiten illustrieren.

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Mittwoch, 1. Dezember 2010 , 19.30 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

 

Lyrisch-musikalischer Advent

Weihnachtsgedichte von Joseph Brodsky
Französische Suiten von Johann Sebastian Bach

Alexander Nitzberg                Lyriker, Übersetzer, Rezitator
Alena Cherny                          Pianistin

 

Joseph Brodsky (24.05.1940 - 28.01.1996) ist in Leningrad als Sohn jüdischer Eltern aufgewachsen.
Ende der 1950iger Jahren beginnt er Gedichte zu schreiben, die ab 1960 in einigen Zeitschriften
veröffentlicht wurden.1964 wurde er wegen Parasitentums zu Zwangsarbeit im russischen Norden
verurteilt und 1972 aus der Sowjetunion ausgebürgert. Er floh über Wien in die USA. 1977 wurde
er amerikanischer Staatsbürger. 1987 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Brodsky starb 1996
in New York an einem Herzinfarkt.

Von 1962 bis zu seinem Tod schrieb Brodsky jeweils zu Weihnachten ein Gedicht, um an die Geburt
Christi zu erinnern. In der Sowjetunion war dies eine Provokation. Aber auch im Exil liess der Dichter
nicht davon ab, nur änderte sich nun Ton und Inhalt: nun wurde nicht mehr in erster Linie die Ankunft
Christi besungen, sondern darüber nachgedacht, was die Menschen aus der Botschaft gemacht haben.

Alexander Nitzberg, der diese - im Hanser Verlag erschienen - Gedichte  übersetzt hat, wird sie in
Russisch und Deutsch vortragen: ein Hörerlebnis!
Die Pianistin Alena Cherny, eine geborene Kammermusikerin, begleitet die Rezitation mit den
Französischen Suiten von Johann Sebastian Bach. So treffen sich zwei kongeniale Künstler:
Johann Sebastian Bach und Iossif Alexandrowitsch Brodskij.

 

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Sonntag, 14. November  2010 , 18 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

 

  Lew Tolstoi – Denker und Dichter

                              Lesung und Diskussion mit

Rainer Goldt     Christian Münch      Ulrich Schmid

Lew Nikolajewitsch Tolstoi wurde am 9. September 1828 in Jasnaja Poljana geboren.
Das Adelsgeschlecht, dem er entstammte, soll ursprünglich aus Deutschland eingewandert sein.
Er studierte orientalische Sprachen und Jura. 1851 trat er als Artilleriefähnrich in ein
kaukasisches Regiment ein. Beim Ausbruch des Krimkrieges liess er sich zur Donau-Armee
versetzen und nahm an Belagerungen (Sebastopol) und Schlachten teil. Nach dem
Friedensschluss gab er seinen Abschied und schrieb während der nächsten 15 Jahren seine
grossen Romane. Daneben beschäftigte er sich mit Volkspädagogik.
Mit seinen Romanepen Krieg und Frieden (1868) und Anna Karenina (1878) gehört
Tolstoi zum innersten Kern der Weltliteratur. Um 1877 trat die grosse religiöse Krise in
seinem Leben ein. Seitdem wirkte er – demonstrativ als einfacher Bauer gekleidet
durch moralische Traktate, Mahnrufe und öffentliche Bekenntnisse und propagierte
sein Programm einer weltumfassenden Einheitsreligion. Die Exkommunizierung seitens
der orthodoxen Kirche (März 1901) beirrte ihn nicht. Ende Oktober 1910 verliess
der Zweiundachtzigjährige in heimlicher Flucht Haus und Familie. Kurz darauf, am
20. November,  starb er - unversöhnt mit der Kirche – auf der Bahnstation von Astapowo.

Die oft vorgenommene Zweiteilung Tolstois in einen genialen Künstler und einen flachen
Denker ist falsch. Der Ostkirchenexperte Christian Münch und die Slavisten Rainer Goldt
und Ulrich Schmid zeigen die innere Einheit von Tolstois literarischem und publizistischem
Werk auf und führen seltene Audio- und Filmdokumente vor.

Mitwirkende:
PD Dr. Rainer Goldt lehrt russische Literatur an der Universität Mainz
PD Dr. Christian Münch ist Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Tolstoi als theologischer
Denker und Kirchenkritiker“ an der Universität Bern
Prof. Dr. Ulrich Schmid vertritt das Fach Kultur und Gesellschaft Russlands an der
Universität St. Gallen

Publikationen:
Ulrich Schmid: Lew Tolstoi, München 2010
Martin George, Jens Herlth, Christian Münch, Ulrich Schmid (Hg.): 
Tolstoi als theologischer Denker und Kirchenkritiker, Göttingen 2010

 

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Sonntag, 24. Oktober 2010 , 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

 
Ilma Rakusa + Olga Martynova

Lesung und Gespräch

Erinnerungspassagen lautet der Untertitel von Ilma Rakusas Buch Mehr Meer
(Wien 2009). Und um Erinnerungen geht es auch in Olga Martynovas erstem
und in Deutsch geschriebenem Roman Sogar Papageien überleben uns
(Wien 2010). Die beiden im Literaturverlag Droschl erschienen Bücher erinnern
an bestimmte Lebensphasen ihrer Autorinnen. Die Vorgehensweise könnte
jedoch nicht  unterschiedlicher sein. Lesung und Gespräch der beiden miteinander
befreundeten Schriftstellerinnen werden dies  herausschälen. Ilma Rakusa schreibt
in der Ich-Form; Olga Martynova spricht durch ihre Protagonistin Marina. In beiden
Büchern spielt Russland und die russische Kultur eine wichtige Rolle.

Ilma Rakusa, 1946 in der Slowakei geboren, lebt als Schriftstellerin, Übersetzerin
(u. a. Danilo Kis und Marina Zwetajewa) und Publizistin in Zürich. Sie erhielt den
Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung, den Adelbert von
Chamisso-Preis und am 15. November 2009 den zum zweiten Mal verliehenen
Schweizer Buchpreis.

Olga Martynova, 1962 bei Krasnojarsk geboren, wuchs in Leningrad auf, wo
sie russische Sprache und Literatur studierte. 1991 übersiedelte sie nach Deutschland.
Sie lebt mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Oleg Jurjew in Frankfurt/Main. Sie schreibt
Gedichte auf Russisch (einige wird sie vortragen) und Essays und Prosa auf Deutsch.

 

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 Sonntag, 19. September 2010, 19 Uhr
 KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich


   
                                     Asasello Quartett

          Rostislav Kojevnikov (Violine), Barbara Kuster (Violine)
               Justyna Sliwa
(Viola), Wolfgang Zamastil (Cello)

Die aus Russland (Rostislav Kojevnikov), Polen (Justyna Sliwa), Österreich (Wolfgang Zamastil) und
der Schweiz (Barbara Kuster) stammenden Musiker des Asasello Quartetts haben in wenigen Jahren 
ein vielfältiges Repertoire erarbeitet und durch den selbstverständlichen Umgang mit der Musik der
Gegenwart, parallel zum klasisch-romantischen Repertoire, einen hervorragenden Ruf erspielt. Nach
Abschluss der Studien mit Schwer-punkt Kammermusik in Basel wurde das Quartett 2003 in die
Meisterklasse des Alban Berg Quartetts aufgenommen. Im gleichen Jahr gewannen sie den 1. Preis
beim Kammermusikwettbewerb des Migros-Genossenschafts-Bundes. Dies war der Auftakt zu einer
internationalen Konzerttätigkeit. Sie gewannen verschiedene weitere Musikpreise und Auszeichnungen
und am 15. September erhalten sie in Düsseldorf den VDKD-Musikpreis 2010
(Verband der Deutschen Konzertdirektionen). Mit der Initiierungder Konzertreihe „1:1 – schon gehört?“
 profiliert sich das Quartett seit Herbst 2008 in Köln als innovatives Ensemble.

Im Programm
sind folgende Werke zu hören:

Sergei Newski Streichquartett Nr. 3. S. Newski, geb. 1972 in Moskau. Studium der Musiktheorie
am Tschaikowski Konservatorium. 1992  Studium in Deutschland. Kontakt mit wichtigen zeitgenössischen
Komponisten. Newski erhielt diverse Stipendien und viele seiner Wer-ke entstanden dank Auftraggeber
wie die Berliner Staatsoper und das Klangforum Wien.

Sofia Gubaidulina Streichquartett Nr. 3 (1987). S. Gubaidulina, geb. 1931 in Tschistopol
(Tatarische autonome Republik), lebt seit 1992 in Deutschland. Sie erhielt bedeutende  Auszeichnungen
und schuf ein grosses Oeuvre, welches auch durch ihre Religiosität geprägt ist.

Ludwig van Beethoven Streichquartett F-Dur, op. 59, Nr. 1 (1806). „Flickwerk eines Wahnsinnigen“
nannten die Zeitgenossen die drei Quartette. Es entstand im Auftrag des Grafen Rasumowsky und gehört
heute zu den sublimsten Streichquartetten überhaupt.

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Sonntag, 30. Mai 2010 , 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Schreiben in der Schweiz

Michail Schischkin + Christian Haller

Christa Baumberger moderiert Lesung und Gespräch

Aus Anlass des Erscheinens der vierten Ausgabe Viceversa Literatur,  lädt Okno zu einer Lesung und 
einem Gespräch mit den Autoren Christian Haller und Michail Schischkin ein.Viceversa Literatur, das 
Jahrbuch der Literaturen in der Schweiz, welches jeweils auf die Solothurner Literaturtage erscheint, stellt 
Autorinnen und Autoren aus allen Sprachregionen der Schweiz vor. Es bietet einen Überblick über das literarische 
Jahr und gibt dem Übersetzen eine Plattform.
Dieses Jahr wird Christian Haller mit einem ausführlichen Portrait gewürdigt und von Michail Schischkin - 
dem russischen Autor mit Zürcher Domizil – wird ein erster Einblick in seinen neuesten Roman Pis’monik 
(Briefsteller) gegeben, der dieses Jahr in Moskau erscheinen wird. Beide Schriftsteller lesen aus noch 
unveröffentlichten Texten, Michail Schischkin Russisch und Deutsch.

Christian Haller wurde 1943 in Brugg geboren. Er studierte Zoologie an der Universität Basel. Während acht 
Jahren war er Bereichsleiter der „Sozialen Studien“ am Gottlieb Duttweiler-Institut in Rüschlikon und arbeitete 
dann vier Jahre als Dramaturg am Theater Claque in Baden. Von 1987 bis 1995 war er Präsident der Vereinigten 
Theaterschaffenden der Schweiz. Heute ist er freier Schriftsteller und Dramaturg. Neben diveren andern Preisen 
erhielt er 2007 für die Trilogie des Erinnerns den Schillerpreis. Einige seiner Werke sind ins Rumänische, Russische 
und Weissrussische übersetzt.

Michail Schischkin wurde 1961 in Moskau geboren. Seit 1995 lebt er in Zürich. Für seine in elf Sprachen 
übersetzten Bücher erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, so 2000 für Vzjatie Izmaila den russischen Bookerpreis 
(bester Roman des Jahres). Neben dem russischen und deutschen ist er auch im italienischen und französischen 
Sprachraum gut bekannt (Capelvenere (2006), Le Cheveux de Vénus (2007), Venushaar (2011). In der Schweiz 
werden seine beiden literaturhistorischen Werke: Montreux – Missolunghi – Asatapowo (2002) und Die russische 
Schweiz (2003) sehr geschätzt.  

Christa Baumgartner arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schweizerischen Literaturarchiv in Bern und 
unterrichtet Literaturwissenschaft an der Pädagogischen Hochschule in Zürich. Sie ist Mitglied der Programmkommission 
der Solothurner Literaturtage.

 

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Sonntag, 2. Mai 2010 , 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Lieben Sie Brahms?
Die drei Violinsonaten von Johannes Brahms gespielt von

Ilya Grubert                                    Violine
Alena Cherny                                  Klavier

Die drei zwischen 1878 und 1887 entstandenen Violinsonaten von Brahms sind reife Schöpfungen eines 
gereiften Künstlers. Die erste Sonate in G-Dur (op. 78) aus dem Jahre 1978 wird „Regensonate“ 
genannt, weil Brahms im dritten Satz aus von ihm im Jahre 1873 komponierten Liedern (Regenlieder und Nachklang) 
zitiert. Es ist ein sehr persönliches Werk, welches er Clara Schumann widmete.
Die zweite Sonate in A-Dur (op. 100) ist ein anmutiges Werk. Brahms schrieb es, als er im Sommer 1886 
in Hofstetten am Thunersee in den Ferien weilte und sich in die Sängerin Hermine Spiess verliebt hatte. 
So hat diese Sonate auch den Beinahmen „Thuner Sonate“ erhalten. 
Die dritte Sonate in D-Moll (op. 108) entstand ebenfalls in Hofstetten im Sommer 1887. Brahms brach 
jedoch seine Ferien wegen des Todes eines Freundes ab. Dieses virtuose Werk hat fast etwas Dämonisches. 
Ilya Grubert
und Alena Cherny sind von Sony Classical für die CD-Aufnahme der drei Sonaten nach Berlin 
eingeladen. Sie freuen sich, diese zuvor einem anspruchsvollen Zuhörerkreis vorspielen zu können.
Ilya Grubert ist in Riga geboren. Er studierte bei berühmten Violine-Lehrern wie Leonid Kogan am Moskauer 
Konservatorium. Internationale Wettbewerbe mit ersten Preisen (so beim Paganini- und Tschaikowski-Wettbewerb) 
führten zu einer internationalen Solisten Karriere unter Dirigenten wie Gennady Rozhdestvensky oder Mariss Jansons 
und Orchestern wie das St. Petersburg Philharmonic Orchestra oder das Russian State Symphony Orchestra. 
Konzerttourneen brachten ihn in die ganze Welt.
Alena Cherny kommt aus der Ukraine und lebt heute in der Schweiz. Sie absolvierte mit höchster Auszeichnung das Tschaikowski-Konservatorium in Kiew und anschliessend das Solistenstudium an der staatlichen Hochschule für 
Musik in Freiburg i. Br. Sie ist als Solistin und heute insbesondere als Liedbegleiterin und Kammermusikerin tätig. I
Ihre Interpretationen bestechen durch den bedingungslosen Anspruch das musikalische Werk immer wieder 
neu zu entdecken.

 

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Sonntag, 18. April 2010 , 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zü
rich


Wechsel der Töne

A.S. Puschkins Versroman „Jewgenij Onegin“ und
W.A. Mozarts Klavierkonzert G-Dur (KV 453) als polyphone Texte

Ein Vortrag von Prof. Dr. Jochen-Ulrich Peters zu einem aussergewöhnlichem
Thema: Die Musikalität in Puschkins Versroman und die musikalische Poesie in 
Mozarts Klavierkonzert – Wechsel der Töne.

Die Oper „Eugen Onegin“ von Peter Illitsch Tschaikowsky mit ihrer dramatischen, 
emotionalen Musik hat eine weltweite Präsenz. Verloren geht jedoch die poetische 
Subtilität und Schönheit von Puschkins Versroman. Jochen-Ulrich Peters zeigt auf, 
dass Puschkins „Jewgenij Onegin“ schon ein in sich musikalisches Werk ist und analysiert 
und vergleicht dessen Poetik  und  Ästhetik mit  deutschen und russischen Textbeispielen. 
Die Polyphonie wird anhand des 3. Satzes von Mozarts Klavierkonzert dargestellt  und in 
Bezug gebracht mit sich ineinander verwebenden  lyrischen, heiter-ironischen und tragischen 
Partien des Versromans, welche sich zudem durch das Spiel des Erzählers auf subtile Weise 
mit der eigenen erzählerischen Fiktion verknüpfen. So entsteht ein erstaunlich moderner, 
vielschichtiger Liebesroman, der sich gleichzeitig als ironisches Selbstporträt seines Verfassers 
lesen lässt Mozart und Puschkin - zwei geniale Künstler mit aussergewöhnlicher Kreativität 
und Schaffenskraft stehen sich gegenüber. Beide sind grosse Erneuerer, prägen Musik und 
Poesie und sind bis heute Massstab für künstlerische Perfektion. Beide haben in ihrem kurzen 
Leben künstlerische Vollkommenheit erreicht und sind auf tragische Weise früh verstorben.

Zum Einlesen: Alexander Puschkin / Jewgeni Onegin. Insel Taschenbuch 2524.

Prof. Dr. Jochen-Ulrich Peters war bis zum Sommersemester 2008 am Slavischen Seminar 
der Universität Zürich als Professor für russische Literatur tätig. Seine jetzigen Forschungs-
schwerpunkte beziehen sich auf das Verhältnis von Literatur und Macht innerhalb der russischen
 Autokratie und die Beziehungen zwischen Text und Musik in der russischen und deutschen Romantik.

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Samstag, 6. März 2010 , 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich





Alexey Botvinov

Der bekannte ukrainische Pianist Alexey Botvinov ist seit August 2009 Künstlerischer Leiter der berühmten Odessa National Opera. Odessa ist bekannt für seine hochstehende Musiktradition. Viele herausragende Musiker wurden und werden am dortigen Konservatorium – an dem Botvinov Professor war - ausgebildet. Und die Oper erscheint wieder - nach einer aufwendigen und sehr sorgfältigen Renovation – in ihrer architektonischen Schönheit und mit anspruchsvollem Programm. Nun kommt Alexey Botvinov anfangs März für einige Tage in die Schweiz und wird im Kultur Atelier ein Konzert geben.

In Zürich wurde Alexey Botvinov 1997 durch seine Interpretation von Johann Sebastian Bachs (1685-1750) Goldberg-Variationen mit dem Ballett von Heinz Spoerli bekannt. In der Zwischenzeit wurde er zum weltweit gefeierten Pianisten. Nun erfüllt er uns den grossen Wunsch, die Goldberg-Variationen auch am 6. März zu spielen und zwar in der Fassung ohne Wiederholungen, wie Glenn Gould sie im Jahre 1955 eingespielt hat.  
Alexey Botvinov liebt Gegensätze – sofern dies solche sind - und spielt im zweiten Teil des Konzertes von Sergei Rachmaninow (1873-1943) die Sonate Nr. 2 in b-Moll in der Version von 1931.
Alexey Botvinov, der wiederholt im Kultur Atelier aufgetreten ist, hält der Schweiz die Treue. Dies trotz der vielen Verpflichtungen, sei es in der Ukraine, sei es in Russland (Moskau) und in Deutschland.  


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Jecklin Forum, Rämistrasse 30, 8001 Zürich!
Donnerstag, 4. Februar 2010, 19 Uhr

Klavierduo Adrienne Soós und Ivo Haag

Diese Veranstaltung ist Werken für zwei Klaviere gewidmet, weshalb sie im Jecklin Forum stattfindet.

Seit über 15 Jahren bilden die beiden Pianisten ein festes Klavierduo und haben sich als eines der führenden Kammermusikensembles der Schweiz etabliert. Sie pflegen sowohl das Spiel an zwei Klavieren als auch das an einem Instrument. Ihr Spiel ist gekennzeichnet durch Brillanz und musikalische Gestaltungskraft. Das Duo formierte sich während der gemeinsamen Studienjahre an der Liszt-Akademie
Budapest. Wichtige Anregungen erhielten sie durch Györgi Kurtag, dem am Anlass ein Werk gewidmet. ist. Adrienne Soós ist gebürtige Ungarin. Ivo Haag ist Schweizer und studierte u. a. auch an der Musikhochschule Zürich. Er gewann einen Studienpreis des Migros-Genossenschafts-Bundes.
Als Besonderheit spielen Adrienne Soós und Ivo Haag die Symphonie Nr. 3 "Symphonie liturgique" (1945/46) von Arthur Honegger, in der Fassung von Dmitri Schostakowitsch für zwei Klaviere (1947/48). Pascal Honegger, die Tochter Arthur Honeggers, schenkte Ivo Haag und Arina Kowner die Partitur von Schostakowitsch, die erst 2005 bei Salbert herauskam. Letztes Jahr erschien bei Guild eine CD mit diesem Werk gespielt vom Duo Soós-Haag.

Programm:
J. S. Bach - György Kurtag: Zwei Choralvorspiele
Christum wir sollen loben schon BWV 611
O Lamm Gottes, unschuldig BWV 618

Arthur Honegger: Symphonie Nr. 3 „Symphonie liturgique“
Fassung für zwei Klaviere von Dmitri Schostakowitsch
1. „Dies irae“. Allegro marcato
2. „De profundis clamavi“. Adagio
3. „Dona nobis pacem“. Andante

Sergei Rachmaninow: Suite Nr. 2 für 2 Klaviere
1. Introduktion. Alla marcia
2. Valse. Presto

3. Romanze. Andantino
4. Tarantelle. Presto

 

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KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich
Sonntag, 24. Januar 2010, 16 Uhr

Gedichte von Daniil Charms und Oleg Grigorjew 
eine Veranstaltung für Gross und Klein

Alexander Nitzberg                   Lyriker, Übersetzer und Rezitator
Alexander Ionov                        
Balalaika

Alexander Nitzberg rezitiert in Deutsch und Russisch seine von ihm übersetzten 
Kindergedichte von Daniil Charms aus dem Band "Seltsame Seiten" und Gedichte
von Oleg Grigorjew aus dem Buch "Ich hatte viele Bonbons mit". 
Alexander Ionov improvisiert mit seiner Balalaika musikalische Antworten auf 
die Ausführungen von Alexander Nitzberg. 

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Freitag, 11. Dezember 2009 , 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Musikalische Raritäten zum Jahresausklang

Igor Morosow                                       Bariton
Alena Cherny                                        Klavier     
Una Prelle                                              Harfe           

Der bekannte ukrainische Bariton Igor Morosow gestaltete ein fröhlich-heiteres Programm mit folgenden Werken:

Karl Ditters von Dittersdorf: Harfenkonzert mit Klavierbegleitung
Anton Rubinstein: Persisches Lied / Arie des Dämon aus der Oper „Dämon“ / Arie des Vindex aus der Oper „Nero“ (Epitalam)
mit Harfe.
Dmitri Schostakowitsch: „Abschied aus Granada“ und „Das erste Treffen“aus den spanischen Liedern op. 100 / „Abschied“ 
aus der „Michelangelo-Suite“
Georgi Sviridov: „Lied für die Taljanka“ aus dem Zyklus „Mein Vater ist ein Bauer“ / „Der Morgen in Moskau“
Russische Volkslieder: „Das einsame Glöcklein“ / „Stenka Rasin“
Francesco Paolo Tosti: „Preghiera“ / „L’ultima canzone“
Giaochino Rossini: Cavatina des Figaro aus « Il Barbiere di Seviglia »

Igor Morosow  war erster Bariton am Moskauer Bolshoi Theater und ist heute freischaffender Künstler, 
der an den bedeutendsten Opernhäusern und Festivals Europas auftritt. Er lebt in der Schweiz.
Alena Cherny kommt aus der Ukraine und lebt heute in der Schweiz. Sie ist als Solistin, bekannte 
Liedbegleiterin und Kammermusikerin tätig.
Una Prelle kommt aus Hamburg. Seit 1996 ist sie Soloharfenistin an der Zürcher Oper und Mitglied des 
Kammermusikensembles „Kontraste“.


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Sonntag, 25. Oktober 2009, 18 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Best of Ossip Mandelstam

Ralph Dutli liest – russisch und deutsch – Gedichte, Prosa und Briefe des Jahrhundertdichters Ossip Mandelstam (1891 – 1938)Ralph Dutli übersetzte von 1985 – 2000 Mandelstams Gesamtwerk in zehn Bänden für den Ammann Verlag, Zürich. Er beschloss sein Mandelstam-Projekt 2003 mit der viel beachteten Biographie „Meine Zeit, mein Tier“. Diese grossartige Leistung – sei es von Ralph Dutli, sei es aber auch von Egon Ammann – soll in Erinnerung gerufen werden! An der Veranstaltung wird Ralph Dutli viele seiner Lieblingstexte vorstellen. Der Literaturnobelpreisträger Joseph Brodsky bezeichnete den 1938in einem Transitlager des Gulag umgekommenen Ossip Mandelstamals „Russlands grössten Dichter des 20. Jahrhunderts. Mandelstam gilt weltweit als Klassiker der Moderne und in Russland auch als Märtyrer der Poesie, der für seinen Mut, in einem Epigramm auf Stalin den Diktator als „Seelenverderber“ entlarvt zu haben, mit dem Leben bezahlte.

Ralph Dutli, 1954 in Schaffhausen geboren, studierte in Zürich und Paris Romanistik und Russistik, lebte von 1982 – 1994 in Paris und ist seither als freier Autor in Heidelberg tätig. Er ist Lyriker, Essayist und Übersetzer aus dem Russischen. Neben Mandelstam übersetzte er Werke von Joseph Brodsky, Anna Achmatowa und Marina Zwetajewa. Dutli erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen sei es in Deutschland (Klagenfurt / Weimar etc), sei es in der Schweiz (Bern / Zürich). Von ihm schreibt Ulrich M. Schmid in der NZZ: „Wenn Ralph Dutli Gedichte liest, ereignet sich Sprachkunst.“….

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Sonntag, 20. September 2009, 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Begegnung mit Swetlana Geier

Swetlana Geier, die herausragende Kulturvermittlerin und Übersetzerin russischer Literatur, präsentiert ihre neueste Dostojewski-Übersetzung, den Roman Der Spieler. Wie alle ihre Dostojewskij-Übertragungen ist auch der Spieler im Ammann Verlag, Zürich, erschienen. Ihre Übersetzungen öffnen einen völlig neuen Blick auf den grossen Russen. Nicht veredelt und geglättet, sondern möglichst präzise und authentisch sind ihre Übertragungen.

Zu Dostojewskij meint Frau Geier in einem Interview: „Er stellt alle grossen Fragen nach der Freiheit des Menschen, nach Erkenntnis, nach dem Leben, nach dem Tod, dem Wesen des Schönen, der Möglichkeit des Glaubens. Er ist eben sehr modern.“

Swetlana Geier wurde am 26. April 1923 in Kiew geboren. Das Schicksal zwang Mutter und Tochter während des zweiten Weltkrieges zur Übersiedelung nach Deutschland. Dank einem Humboldt-Stipendium konnte sie Germanistik studieren. 1957 begann ihre Übersetzer- und Lehrtätigkeit. Viele Preise und Auszeichnungen krönen Swetlana Geiers Schaffen. Die mehrfache Mutter, Grossmutter und Urgrossmutter lebt mit ihrer Familie in Freiburg im Breisgau.

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Mittwoch, 17. Juni 2009, 19 Uh
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Auf der Datscha
der Inbegriff des russischen Sommers

Marina Rumjanzewa             Autorin

Die Eiger Stiftung und Okno laden zur Buchvernissage mit einer multimedialen Präsentation der Kulturgeschichte der Datscha von Peter dem Grossen bis heute durch die Autorin Marina Rumjanzewa. Das Buch ist soeben im Dörlemann Verlag, Zürich, erschienen. Die Datscha ist eine Institution, ein Stück russischer Geschichte und Kultur. Auf der Datscha sein bedeutet, am frühen Morgen aus dem Haus treten – in den wilden, noch im Schatten liegenden Garten. Auf die Gäste warten, nichts müssen und einfach in den Tag hinein leben. Im Grunde bedeutet das Datscha leben freundschaftliches Zusammensein verbunden mit der Natur. Die Datscha ist auch heute nicht aus dem russischen Leben wegzudenken.

Die studierte Germanistin Marina Rumjanzewa, ist in Moskau aufgewachsen und lebt heute in Zürich. Sie erzählt und liest aus ihren eigenen Texten und aus den Datscha-Erzählungen von Arkadi Awertschenko, Nadeschda Teffi, , Leo Tolstoi, Tatjana Tolstoja, Anton Tschechow, Michail Schischkin und zeigt alte Bilder und Fotos aus den letzten 150 Jahren.


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Samstag, 6. Juni 2009, 20 Uhr

KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich


Sergei Dovlatov – russischer Kultautor
eine lange Nacht mit Literatur und Musik

Franziska Stöcklin                              Überseterin: "Der Kompromiss"
Dorothea Trottenberg                    Übersetzerin: „Der Koffer“
Hans R. Rüegg                                     Übersetzer:    „Die Zone“
Ulrich M. Schmid                                Moderator
Oleg Lips                                              Akkordeonist/Komponist

Sergei Donatovich Dovlatov (1941-1990) war ein Unangepasster. Nach dem Militärdienst als Wachsoldat in einem sibirischen Lagerbezirk
(„Die Zone“) versuchte er sich als Journalist in Tallinn. In dieser Tätigkeit musste der immer wieder Kompromisse eingehen („Der Kompromiss“). Seine eigenen Erzählungen und Romane wurden nicht publiziert. Sie zirkulierten jedoch im Samisdat und im Tamisdat, weshalb er aus dem sowjetischen Journalistenverband ausgeschlossen wurde. Nun bemühte er sich auswandern zu können. 1978 emigrierte er mit seiner Familie in die USA. Als Gepäck nur einen Koffer. Als er diesen Jahre später öffnete sprang ihn die Vergangenheit an („Der Koffer“). Sergei Dovlatov hatte nun weltweiten Erfolg und auch in der Sowjetunion wird er zum Geheimtipp. Schon kurz nach der Wende erschien die erste Gesamtausgabe seiner Werke, die in kürzester Zeit vergriffen war. Es folgten Neuauflagen, Einzelausgaben und Erzählbände. Er wurde und wird milionenfach verkauft. Die Leser lieben ihn, da er ihr Lebensgefühl unter dem Sowjetregime präzise trifft. Dank seiner unbeugsamen Haltung, gepaart mit Humor und einer knappen Sprache wird er zu einem der meistgelesenen russischen Schriftsteller der 20. Jahrhunderts. Er stirbt 1990 in New York. – Oleg Lips, in Leningrad aufgewachsen und heute in der Schweiz lebender Musiker, begleitet den Abend musikalisch.

 

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Samstag, 9. Mai 2009, 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Klavierabend
Alexey Botvinov
        

Es ist Alexey Botvinov, dem aus Odessa stammenden bekannten Pianisten, ein grosses Anliegen, 
die Musik seines Heimatlandes, der Ukraine, uns näher bringen zu können. Odessa hat eine grosse Musiktradition, insbesondere auch in der Ausbildung.
In einem ersten Teil des Konzertes hören wir bekannte Klavierwerke, so „Chaconne“ von J.S.Bach/F.Busoni und “Elegie“ und vier Präludien von Sergei Rachmaninow. Im zweiten Teil folgt dann Musik aus der Ukraine. Alexey Botvinov spielt nach einführenden Worten, „Seven Landscapes“ und „Immerson – Meditation for Piano“ von Jan Freidlin (* 1944), einem Komponisten, der nach Studien und Tätigkeit in Odessa, 1990 nach Israel emigrierte und
dort am Levinsky College lehrt.
Anschliessend hören wir von Alemdar Karamanov (* 1934) aus Semiferopol (Krim), „Ave Maria“ und „Nachtgebet“. Alemdar Karamanov studierte in Moskau und kehrte Mitte der 1960iger Jahre nach Semiferopol zurück. Sein kompositorisch hochstehendes Schaffen, welches vor allem auf seine Zeit in Moskau zurückgeht, ist infolge schwieriger Lebensumstände leider viel zu wenig bekannt.

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Sonntag, 19. April 2009, 19 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich


Wölkchen in Hosen – Wladimir Majakowski

Alexander Nitzberg
            Lyriker, Übersetzer, Rezitator
Simone Keller                     Pianistin

Wladimir Majakowski (1893 – 1930) bezeichnete sein 1914/15 verfasstes Poem „Wölkchen in Hosen“ als „Katechismus der modernen Kunst“. Er gibt sich als futuristischer Bürgerschreck und reisst alles vom Sockel, was dem Bürgertum heilig ist. Die Sprache dieses Poems ist radikal wie der Inhalt. Ein solch’ starkes Werk kann nur von einer ebenso kraftvollen Musik, wie den Sonaten der Leningrader Komponistin Galina Ustvolskaya (1919 – 2006) begleitet werden.
Die neue Übertragung des Poems von Alexander Nitzberg, der aus einer Moskauer Künstlerfamilie stammt, setzt den Akzent auf die Artistik. Ganz im Sinne des Dichters, dessen Autobiographie mit den Worten beginnt: „Ich bin ein Dichter. Nur das macht mich interessant. Nur davon schreibe ich.
Alexander Nitzberg studierte Germanistik und Philosophie in Düsseldorf, wo er heute lebt und arbeitet. Simone Keller schloss ihr Studium mit dem Konzertdiplom ab und ist heute eine der bekanntesten Pianistinnen, die sich insbesondere für zeitgenössische Musik und aussergewönhliche Programme einsetzt.

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Sonntag, 29. März 2009 , 19 Uhr 
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

„Nur wer die Sehnsucht kennt …“

Volkslieder, Romanzen, Chansons und zeitgenössisches Singer-Songwriter-Schaffen aus Russland
 – Konzert und CD-Taufe

Jana Vassilenko 
                     Sängerin, Musikproduzentin
Ivan Petuchov                          Gitarrist
Igor Bogoev                             Perkussionist  
Georgij Modestov                   Pianist                                                                   

Die vielseitige, bekannte Musikerin Jana Vassilenko hat eine neueCD produziert, deren Leitmotiv und Titel ist 
das berühmte Goethe Gedicht „Nur wer die Sehnsucht kennt – weiss, was ich leide!“ Auf dieser CD gibt es die verschiedensten Genres und Entstehungszeiten. Stimme und akustische Gitarre lassen die gefühlvollen Lieder im intimen Rahmen erklingen.Wie schon der Titel sagt, in allen Liedern geht es um das grosse  Thema Liebe: Liebe und Sehnsucht, Liebe und Trennung, Liebe und Glück und eben Liebe und Schmerz. Auf der CD wird Jana Vassilenko begleitet vom jungen Gitarristen aus Rybinsk (Russland) Ivan Petuchov.Zum Okno-Konzert hat Jana Vassilenko, geboren in Riga und seit 2000 in der Schweiz lebend,  zwei weitere Musiker als „special guests“ eingeladen. Es sind dies der aus Mazedonien stammende Perkussionist Igor Bogoev und der aus St. Petersburg kommende Pianist Georgij Modestov. Alle Musiker leben heute in der Schweiz.

 
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Sonntag, 1. März 2009, 18 Uhr
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich

Anatol von Steiger – Dieses Leben 

Felix Philipp Ingold                      Kulturwissenschafter                      
Ulrich M. Schmid                          Slavist                              
Maria Chevrekouko                      Philologin    
                             

Felix Philipp Ingold erarbeitete eine Gesamtausgabe des lyrischen Werkes  von Anatol von Steiger (1907 – 1944), einem Spross des bekannten, alten Berner Patriziergeschlechtes. Steiger ist  in Russland aufgewachsen, hatte ein turbulentes von Flucht und Krankheit geprägtes Leben und erschaffte ein ebenso kurzes wie elegantes lyrisches Werk in Russischer Sprache. Es ist das grosse Verdienst von Felix Philipp Ingold, dass er sich dem Leben und Werk von Steigers angenommen hat und die Gedichte erstmals ins Deutsche übersetzte. Die gediegene, reichillustrierte Gesamtausgabe erschien 2008 im Ammann Verlag Zürich.  
Buchvorstellung und Diskussion mit Felix Philipp Ingold und Ulrich M. Schmid (Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands an der Universität St. Gallen). Die Gedichte werden in Deutsch von Herrn Ingold und in Russisch von Maria Chevrekouko (Dozentin für Russische Sprache an der Universität Basel) vorgelesen.

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Sonntag, 22. Februar 2009 , 18 Uhr

Okno-Ausstellungsraum, Oberdorfstr. 2, 1. Stock, 8001 Zürich  

Glasnost und Perestroika in der Kunst

Eine Veranstaltung mit Zeitzeuginnen anlässlich der Ausstellung
Leningrader Kunst der Wendezeit  

Anne-Chantal Petter                                  Slavistin            
Jule Reuter                                                 Kunsthistorikerin
Arina Kowner                                              Moderation

Die ausgestellten dreiunddreissig Werke von elf Künstlern entstanden alle in der kurzen, gesellschaftspolitisch wichtigen Zeitspanne von vier Jahren, d. h. von 1989 – 1992. Sie zeugen von einer eruptiven Kreativität, von Aufbruch und Umbruch. Ideologische Vorschriften und gesellschaftliche Tabus wurden über Bord geworfen. Die Kultur bereitete den Weg für ein freieres Leben. Am kritischsten waren zu Beginn die Rockmusiker, wobei die meisten Maler u. a. auch Musiker, Schriftsteller, Filmer, Schauspieler und Regisseure waren. Auszüge aus dem gezeigten Perestroika Kultfilm ASSA zeigen dies auf. Nach zwanzig Jahren soll an diese künstlerisch intensive Zeit erinnert werden.
Die Kunsthistorikerin Dr. Jule Reuter, Berlin, und die Slavistin Anne-Chantal Petter, Zürich, waren während diesen Jahren in Leningrad. Ihre Referate und die anschliessende Diskussion - auch mit weiteren TeilnehmerInnen - erläutern die Einzigartigkeit dieser Epoche. So eröffnet sich diese-  für uns z. T. doch fremde Kunst – die frech, gesellschaftskritisch, ironisch und auch humorvoll daherkommt. Verschlüsseltes wird “lesbar” und Parabeln erzählen  ihre Geschichte.

Die Künstler der aktuellen Ausstellung sind: Sergei Bugaev Afrika, Babi Babakhan Badalov, Vladislav Gutsevich, Andrei Khlobistin, Oleg Kotelnikov, Vladislav Mamyshev Monroe, Oleg Maslov,  Bella Matveeva, Timur Novikov, Vadim Ovchinnikov, Inal Savchenkov und Denis Yegelski.
 

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Samstag, 24. Januar 2008  
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich


Phantasiegeschichten

von und mit
Maria Thorgesvski & Dan Wiener

Die beiden Künstler bewegen sich mit ihren Phantasiegeschichten in der Tradition eines Daniil Charms. Darin fragen sie sich, was ist wirklich, was ist Phantasie. Ihre Lust an der szenischen und musikalischen Umsetzung begeistern jung und alt. - Die Petersburger Wahlbaslerin und der gelernte Basler Russe sind stets überraschend, vielseitig und kreativ. Eine Veranstaltung für Menschen von 7 bis 77 Jahren!

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Sonntag, 7. Dezember 2008
KulturAtelier, Oberdorfstrasse 2, 8001 Zürich


Musik am Hofe von Katharina II

Russische Barockmusik mit dem

Ensemble Amaryllis

Jelena Bulavko                          Sopran
Marina Belaja                              Cembalo
Elena Listratova                         Barockgeige
Aleksandru Cebanica               Kontrabass


Die russische Barockmusik ist bei uns kaum bekannt. Sie hat zwei Bereiche: geistliche Musik und Salonmusik, d. h. Musik wie sie am Hofe der Zaren seit Peter dem Grossen und in den Salons der St. Petersburger Aristokratie gepflegt wurde. Gesungen wird in Russisch und Französisch, da in Adelskreisen Französisch gesprochen wurde. Damals kamen auch Bälle in Mode und Assamblejas, d. h. Veranstaltungen mit Musik, Tanz, aber auch mit Vorträgen und Diskussionen.

Die Komponisten jener Zeit waren z. T. Autodidakten, die oft Themen aus der russischen Volksmusik übernahmen. So auch der polnische Adlige Osip Koslovski. Andere Komponisten wurden von den Zaren und Zarinnen nach Italien geschickt und liesen sich von der italienischen Musik beeinflussen. So Maxim Berezovski und Dmitri Bortnjanski. Katharina die Grosse holte auch Italiener an ihren Hof nach St. Petersburg. So auch Baldassare Galuppi aus Venedig.  

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Sonntag, 16. November 2008
Die Blockade von Leningrad

Literarischer Abend mit einer Filmdokumentation von 

Sergei Loznica gestaltet von      Peter Urban        Vermittler russischer Literatur 
   
          
Im September 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Hitler gab den Befehl, “Leningrad dem Erdboden gleichzumachen”. Die Wehrmacht schloss einen Belagerungsring um die Stadt. 900 Tage bis Januar 1944 dauerte die Blockade. Über eine Million Menschen starben. Die Stadt, ihrer Infrastruktur durch die systematische Bombardierung völlig beraubt, bot ein schreckliches Bild: Bombenruinen und verzweifelte Menschen -  täglich verhungern, erfrieren und sterben Tausende. Dies zeigen uns Dokumentaraufnahmen aus russischen Filmarchiven, die Sergei Loznica zu einem erschütternden kommentarlosen Dokument zusammengestellt hat.

Und mitten in dieser grauenvollen Zeit entstehen die ergreifenden Gedichte von Gennadij Gor (1907-1981), welche Peter Urban mit grosser Feinfühligkeit meisterhaft übersetzt und im Buch Blockade herausgegeben hat. Sie sind ein lyrischer Bericht der tragischen Vorkommnisse. Peter Urban liest diese Gedichte in Russisch und Deutsch und erläutert die geschichtlichen Hintergründe der Blockade von Leningrad.
 

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Sonntag, 2. November 2008
Pulverfass Kaukasus
Kulturgeschiche – Nationalismus - Territorialansprüche

Ulrich M Schmid                                    Slavist 
Alain Marendaz                                     Journalist


Der russisch-georgische Krieg ist ein besonders tragischer Ausdruck zahlreicher kultureller und nationaler Gegensätze in einer Region, die sich seit Jahrhunderten in Aufruhr befindet.  Dabei spielen nicht nur sowjetische, sondern auch imperiale Altlasten eine wichtige Rolle. So verstehen sich Armenien und Georgien bis heute als alte, autochthone Hochkulturen, die zumindest kulturell Russland gleichwertig seien. Russland hingegen tritt als militärische Schutzmacht auf, die eine Pax Rossica im Kaukasus garantieren will.

Die geographische, kulturelle und konfessionelle Brückenlage Armeniens und Georgiens lenkte im Laufe der Geschichte immer wieder Begehrlichkeiten verschiedenster regionaler und globaler Hegemonialmächte auf sich. Unzählige Besetzungen während des letzten Jahrtausends sowie gegenseitige Vertreibungen im 19.und 20. Jahrhundert führten zu gemischten Bevölkerungsstrukturen. Diese bilden heute, zusammen mit dem globalen Ringen um Zugang zu fossilen Brennstoffen, den tieferen Grund für die aktuellen Probleme.
Der Georgien-Experte Alain Marendaz und der Slavist Ulrich Schmid sprechen über die Hintergründe der immer wieder aufflammenden Kriege im Kaukasus. Ein be
sonderes Augenmerk gilt der Situation in Georgien heute und den russischen geopolitischen Interessen in der Region.     
Ausführende:
Ulrich M Schmid,
geb. 1965, studierte in Zürich, Heidelberg und Leningrad. Er war Assistenzprofessor 
am slavischen Seminar der Universität Basel und am Institut für Slavische Sprachen und Literatur an der
Universität Bern. Dann folgte eine Professur ans Slavische Seminar der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2007
ist Schmid Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands an der Universität St. Gallen. Als ständiger Mitarbeiter
schreibt er für das Feuilleton der NZZ.

Alain Marendaz, geb. 1955, besuchte die Schulen in Zürich und studierte - nach ausgedehnten Reisen
- Kultur- und Sozialwissenschaften an der Universität Zürich. Als freier Journalist und Publizist gründete er vor
acht Jahren sein eigenesUnternehmen im Bereich der Tourismusförderung und -Beratung in Georgien. Der Vater 
von zwei Söhnen ist mit einer Georgierin verheiratet und lebt in Zürich und Tibilisi.

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21. September 2008
Armenien im Spiegel seiner Kultur

Das Land der Steine

Sona Shaboyan                         Klavier
Lusine Aghakhanyan               Erzählerin  
            


Armenien, ein Hochgebirgsland, das seinen Bewohnern wenig Raum lässt, den fruchtbaren, doch trockenen Boden zu bebauen. 
Die Armenier sind mit
den Steinen ihres Landes tief verwurzelt. Diese bestimmen sowohl die Kunst in Form von Architektur und Skulptur, als auch die Wirtschaft. Das Land bildet die geographische, politische und kulturelle Grenze zwischen Europa und Asien - zwischen Christentum und Islam. Armenien war der erste christliche Staat der Welt. Steinerne Kirchen, Klosterburgen, steinerne Kreuze sowie frühe Bibelübersetzungen und alte Handschriften sind die Zeugen. Armenien steht aber auch unter orientalischem Einfluss. Ein Teil der Seidenstrasse verlief quer durch das Land. Die vielmals tragische Geschichte dieses Volkes prägte seine Menschen und ihre Kultur.
Die Pianistin Sona Shaboyan machte uns mit der modernen, klassischen armenischen Klaviermusik bekannt und Lusine Aghakhanyan sprach über Land und Leute, die Kultur und die so oft tragische Geschichte des armenischen Volkes.

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6. Juli 2008
MOSKAUER QUARTETT SCHERZO
  Russische Klassik vor und nach der Revolution

 Sergey Mustakoff                          Balalaika Prima
  Svetlana Stolyarova                     Domra Alto
 Alexey Lavrentyev               
         Bajan
 Andrey Tatarinets
                        Balalaika Kontrabass

Seit sieben Jahren begeistert das Klassik-Quartett SCHERZO ein zahlreiches Publikum in verschiedenen 
Ländern Westeuropas. Die vier jungen Musiker, allesamt Absolventen von Russlands renommiertester 
Musikhochschule und -akademie «Gnessin» in Moskau, setzten sich bei der Gründung des Ensembles 
im Februar 2001 zum Ziel, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen: für Symphonieorchester 
geschriebene Werke berühmter russischer und westeuropäischer Komponisten auf traditionellen russischen
Volksinstrumenten zu spielen. Synthese aus Tradition und Innovation gehört zur Philosophie des Quartetts.

Alle aufgeführten Werke wurden exklusiv für das Moskauer Quartett SCHERZO arrangiert und umgeschrieben.


 Programm:
  1. Teil: Vorrevulutionäre Werke                       2. Teil: Nachrevulutionäre Werke
             M. Glinka                                                      S. Prokofjew
             A. Borodin                                                     D. Schostakowitch
             M. Mussorgsky                                              G. Sviridov                                         
             P. Tschaikowsky                                            A. Schnitt

20.05.2008
MISHA ALPERIN          

STORIES FOR A LONELY PIANO

„Ich möchte Barrieren und Grenzen nicht nur geographisch und historisch durchbrechen, sondern auch musikalisch“
sagt Misha Alperin.
Der virtuose Musiker absolvierte eine klassische Ausbildung in Klavier und Komposition. Die vitale russische und rumänisch/moldawische Volksmusik begeisterte ihn. Als er um 1980 amerikanischen Jazz zu hören bekam, war er von dieser Musikrichtung fasziniert und befasste sich in der Folge intensiv damit.  In Moskau gehörte er in den späten 80iger Jahren zur russischen Jazz-Avantgarde, war jedoch gleichzeitig auch als klassischer Pianist tätig. Seit 1993  ist sein Hauptwohnsitz Oslo.  
OKNO veranstaltet sein erstes Klavier-Jazz Rezital im
Jecklin Forum, Rämistrasse 30, 8001 Zürich

11.04.2008
Puschkins Gedichte in der Russischen Musik
Eine  musikalische-literarische Begegnung 

Diana Petrova                                
Sopran 
Elena Tomilova                               Klavier
Ursula Frischknecht                     Sprecherin


Alexander Sergejewitsch Puschkin wurde am 26. Mai 1799 in Moskau in eine Adels-familie geboren. Er starb am 29. Januar 1837 in Petersburg an den Folgen eines Duells. Bereits zu Lebzeiten war er eine Legende: Rebell, Verbannter, genialer Dichter und grosser Melancholiker. Sein Drang nach geistiger Unabhängigkeit und Freiheit konnte er nur in seiner Dichtung verwirklichen. Bis heute ist Puschkin der verehrteste Dichter und Schriftsteller Russlands. So gab Swetlana Geier ein Buch Puschkin zu Ehren heraus und lässt darin Grosse der russischen Literatur zu Worte kommen. Puschkin ist für sie nicht nur Beginn und Vollendung der nationalen Literatur und das Urbild des Dichters – kompromisslos und eindeutig als Berufener, vielgestaltig wie Proteus in seinen Bildern. So erstaunt es nicht, dass zahlreiche russische Komponisten wie Michail Glinka, Sergej Rachmaninow, Nikolaj Rimsikij-Korsakow, Anton Rubinstein oder Peter Tschaikowskij Puschkins Gedichte, Elegien und auch seinen Versroman Eugen Onegin in ihrer Musik verewigten.   

24.02.2008
Vladimir Putin 
Das Porträt des Präsidenten - zwischen Kunst, Kult und Kommerz
Vortrag mit anschliessender Diskussion          

Alexandra Engelfried             Kunsthistorikerin / Slavistin
Ulrich M. Schmid                     Slavist

Seit Vladimir Vladimirovič Putin (VVP) im Jahre 2000 Präsident wurde, ist sein Bild in Russlands Öffentlichkeit omnipräsent. Neben der Vermarktung des Präsidentenbildes in der Populärkultur wie im Devotionalien- und Souvenirhandel beschäftigen sich zahlreiche Künstler mit dem Bild des Präsidenten. Gemälde mit Putins Antlitz sind in Russland weit verbreitet und erzielen auf dem Kunstmarkt hohe Preise. Es entstanden künstlerische Arbeiten, die das in den Medien konstruierte offizielle Image des russländischen Präsidenten aufgreifen und es zum Teil kritisch, oftmals aber auch affirmativ reproduzieren. Viele Künstler eint die Frage, wo sich ihre „Putin-Kunst“ zwischen Kunst, Kult und Kommerz verorten lässt. Sie alle nutzen die Darstellung des Präsidenten als PR-Strategie, wobei es immer auch ein Spannungsfeld zwischen der Akzeptanz in Regierungskreisen und der Kommerzialisierung zu beachten gilt. In der Nachfrage und Nutzung der Präsidentenporträts kommen ein Herrschaftsverständnis und eine Herrscherverehrung zum Ausdruck die an zaristische und sowjetische Traditionen anknüpft. Der Putin-Kult ist in Russland zu einem festen Bestandteil von Gesellschaft,  Kultur und Politik geworden.

12.01.2008
Der Heckrubel -  Der Wunderrubel  
Volksmärchen von Nikolai Lesskov  

Elena Krasotkina               Schauspielerin
Valentin Strub                    Akkordeon


„Nach einem alten Aberglauben kann man sich durch allerlei Zauberkünste einen Heckrubel verschaffen, das heisst einen Rubel, der immer wieder wohlbehalten in die Tasche zurückkehrt, so oft man ihn auch ausgeben mag.“
Die Geschichte des Wunder-Rubels wurde von Elena Krasotkina auf liebenswerte Weise in Deutsch und Russisch schauspielerisch dargeboten. Valentin Strub begleitete ihre Ausführungen mit seinem einfühlsamen Akkordeonspiel.
Eine Veranstaltung für alle Menschen ab dem siebten Lebensjahr, die russische Volksmärchen lieben.
 

09.12.2007
Galina Ustvolskaya (1919 - 2006)

Gedenkkonzert und Hommage zum 1. Todestag der grossen russischen Komponistin 
 Mit einer Einführung von Prof. Dr. Laurenz Lütteken, Leiter des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universität Zürich.

Ensemble Tzara:
Gabrielle Brunner            Violine
Murat Cevik                       Flöte
Simone Keller                  Klavier
Moritz Müllenbach           Cello
Martin Sonderegger        Klarinette
Tobias de Stoutz             Tuba


Programm:                  
 - Trio für Klarinette, Violine und Klavier (1949)
 - Grosses Duett für Violoncello und Klavier (1959) 
 - „Dona nobis pacem“ für Piccoloflöte, Tuba und Klavier (1970/71)
    e
in sehr selten gespieltes Werk, einzigartig in seiner Radikalität und dazu mit einer          
     aussergewöhn
lichen Besetzung.

Galina Ustvolskaya lebte und arbeitete in St. Petersburg, wo sie am 22. Dezember 2006 starb. Während des zweiten Weltkrieges studierte sie in Leningrad bei Dmitri Schostakowitsch, der ihr kompositorisches Schaffen anfänglich auch beeinflusste. Ende der 40iger Jahre fand sie ihren eigenen Stil. Dieser kennzeichnet sich durch seine Kargheit und den Hang zum Extremen. Ihre starke Musik hat etwas Archaisches und wurde erst in den 90iger Jahren im Westen bekannt. Sie gilt als die geheimnisvollste und scheueste russische Komponistin, aber zugleich auch die konsequenteste und kompromissloseste. 



18.11.2007  
Troika -  Abend
Das Dreigespann in Literatur, Poesie, Musik und bildender Kunst 

Igor Morosov             Bariton
Boris Chnaider        
Klavier /Rezitation

Kaum ein Gefährt hat in der russischen Kultur einen so nachhaltigen Niederschlag gefunden wie die Troika, dieses Pferde-Dreigespann. Sie wird besungen, beschrieben und gemalt Mit seinem Roman „Die toten Seelen“ machte Nikolaj Gogol die Troika vollends zum Symbol des russischen Volkstums. „Ach, meine Troika, mein Dreigespann, das wie ein Vogel dahinfliegt, wer mag es wohl gewesen sein, der dich erdacht hat? Nur von einem lebhaften, phantasiebegabten Volk konntest du ersonnen werden und nur in einem Lande, das ernst genommen werden will …..  Stürmst nicht auch Du, Russland, so dahin, wie eine kühne Troika, die niemand einholen kann? …. Wohin stürmst Du, Russland? Gib Antwort! Du schweigst. Wundersam tönt das Glöckchen.“

16.11.2007
Eugen Doga
zu Gast im KulturAtelier:

Die Vereinigung „Freunde der Republik Moldova“ gestaltete in den Räumen des KulturAteliers am Freitag, den 16. November um 19 Uhr  einen musikalischen Abend mit dem in Moskau lebenden moldawischen Komponisten Eugen Doga. Zu seinen Werken gehörensymphonische Dichtungen, Kammermusik, Kantaten, Ballet - und Filmmusik. Doga feiert dieses Jahr seinen siebzigsten Geburtstag. Die Republik Moldawien hat aus diesem Grunde 2007 als "Jahr des Komponisten Eugen Doga" erklärt.
Die "Freunde der Republik Moldova" organisieren diesen Anlass in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Moldova.



11.11.2007
Diana Petrova –
zu Gast im KulturAtelier:

Diana Petrova                                     Soprano
Tatjana Massalova von Gunten     Klavier 
Isolina Kobel-Belova                        Volksballett

Es  wurden russische melancholische, schwungvolle und traurigschöne „Stadt Romanzen“, Volkslieder und Volkstänze aufgeführt.


16.09.2007
Russland und Islam
Historische, kulturelle und literarisch-musikalische Annäherungen

Ruslan Bazgiev                Islamwissenschaftler
Marianne Herold               Historikerin/Herausgeberin
Ulrich M. Schmid              Slavist                                 
Burhan Öcal                      Musiker             

In Russland leben etwa 20 Millionen Muslime, hauptsächlich in Tatarstan und im Kaukasus. Das russische Misstrauen gegenüber dem Islam geht auf die Zeit der Mongolenherrschaft zurück. Unter Katharina der Grossen begannen die russischen Eroberungen im Süden des Reiches. Seit den Tschetschenienkriegen der neunziger Jahre ist dieses Misstrauen noch deutlich gewachsen. Antiislamische Tendenzen lassen sich bei vielen einflussreichen Intellektuellen beobachten, so auch bei Joseph Brodsky und Alexander Solschenizyn.

Ruslan Bazgiev
(Islamwissenschaftler), Ulrich Schmid (Slavist) und Marianne Herold (Historikerin) zeichneten die schwierige Präsenz des Islam in Russland nach und wiesen auf neueste Entwicklungen in Gesellschaft, Kunst und Kultur hin. Burhan Öcal begleitete den Anlass mit Musik, die durch den Islam geprägt wurde.


22.06.2007 
Totschna goes to Odessa - Weisse Nacht 
Eine musikalisch-literarische Anspielung

Totschna Ensemble:
Michail Schwanetzkij         Schriftsteller/Satiriker 
Sybille Aeberli                      Stimmme, Gitarre
Alexander Ionov                  Balalaikas, Stimme, Perkussion
Lukas Heuss                        Klarinette, Sax, Stimme
Oleg Lips                               Akkordeon, Stimme

Totschna pflegt seit Jahren den russisch-schweizerischen Dialog. Ihre neueste Produktion ist eine Liebeserklärung an die Perle am schwarzen Meer. In "Totschna goes to Odessa" wird das geschichtsträchtige Musik- und Liedgut der lebensfrohen Vielvölker-Stadt szenisch interpretiert. Dies zusammen mit Kurztexten des 1934 in Odessa geborenen Satirikers Michail Schwanetzki szenisch interpretiert.

12.05.2007  
Jubiläumsveranstaltung fünf Jahre OKNO  

Die Künstlerfamilie Pasternak
Literatur, Musik, Philosophie, Malerei und Grafik

Ulrich M. Schmid                Slavist
Christine Fischer               
Übersetzerin
Tamara Kordzade              Pianistin

Boris Pasternak (1890–1960) stammte aus einer der berühmtesten Künstlerfamilien Moskaus. Sein Vater Leonid war ein einflussreicher renomierter Maler und Graphiker. Seine Mutter feierte Erfolge als Konzertpianistin.  Boris Pasternak wollte zuerst eine Musikerlaufbahn einschlagen und komponierte auch selbst. Erst später kam er zur Literatur. (Doktor Schiwago). Wenig be-
kannt sind auch seine Gedichte. Diesen Frühling kam im Pano Verlag Zürich der Gedichtband „Definition der Poesie“,  Gedichte russisch-deutsch von Boris Pasternak heraus. 
Zu Leben und Werk Pasternaks sprach Ulrich M. Schmid, die Gedichte wurden von Christine Fischer vorgetragen und Klavierkompositionen Pasternaks und Alexander Skrjabins von Tamara Kordzadze interpretiert.
 

 22.04.2007
Neueste Animationskunst aus Russland
  

Acht Animationsfilme (2003-2006) davon sechs Schweizer Premieren.

Das Animationsfilmschaffen in Russland hat eine lange Tradition. Die Anfänge liegen vor der Revolution. Trotz engem politischen Umfeld und Zensur entstanden im Laufe der Jahrzehnte herrliche Meisterwerke. Allerdings durchlief auch dieses Filmschaffen nach der Wende eine tiefe Krise. Die Zensur fiel zwar weg, aber auch staatliche Studio-, Produktions- und Distributions-
strukturen. Seit Ende der 1990iger Jahre erfährt der Animationsfilm dank der langen Tradition, soliden Ausbildungsmöglichkeiten und staatlicher Filmförderung eine neue Blütezeit. Die russischen Animationsfilme zählen heute wieder zu den weltbesten.
Otto Alder, eben aus Russland zurück, spricht über die aktuelle Situation in der russischen Animationsfilmproduktion und präsentiert je ein Werk aus den Jahren 2003 (A Little Night Symphonie) und 2004 (The Wind along  the Coast) sowie sechs Filme, die letztes Jahr  ent-
standen sind. Unter den sechs Schweizer Premieren ist auch der Film „Moja Ljubov“, des Oscar-Gewinners Alexandre Petrov. Es geht um jugendliche Liebe, Drang nach Heldentum und Küsse durch einen Zaun ….
Das hochaktuelle Programm will die Originalität, die Lebendigkeit, Professionalität und die künstlerische Vielfalt der russischen Animationsszene hervorheben.
In den beseelten Figuren finden wir unzählige Facetten menschlicher und insbesondere russischer Eigenart.
 

 31.03.2007
Kammeropern aus St. Petersburg

Nikolai“ von Mark Belodubrovski 
„Kuprijanov und Natascha“ von Sergei Oskolkov


2005 komponierten Mark Belodubrovsky und Sergei Oskolkov zwei Kammeropern als gemeinsames Projekt. Die Inspiration dazu gaben der hundertste Geburtstag von  Daniil Charms und von Aleksandr Vvedenski. Letzterer starb 1941 auf einem Häftlingstransport und Charms verhungerte 1942 in einem Leningrader Gefängnis. Sie waren Mitbegründer der „Oberiuten“, der Entdecker des Absurden als Ausdruck des tragischen Seins und des Überlebens. Beide Opern sind für zwei Sänger (Sopran und Bariton) sowie für  Klavier, Violine,  und Cello geschrieben


04.03.2007

Das Dritte Rom  
Ein Mythos oder politische Realität?


Vortrag von Dr. Alexey Makhrov

Die Theorie von Moskau als dem „Dritten Rom“ wurde 1523 – 1524 vom Mönch Filofei in einem Brief konzipiert:  „Zwei Roms fielen, das Dritte Rom steht und das Vierte wird es nie geben.“ Diese Worte wurden eine der am stärksten umstrittenen Formulierungen der russischen Weltanschauung. Die Vorstellung von Moskau als dem „Dritten Rom“ trat jedoch erst im 17. Jahrhundert in den Vordergrund. In der Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde Filofeis Theorie den politischen Realitäten angepasst. Dies führte zum Krieg von 1877 - 78, in welchem Russland beinahe Konstantinopel eroberte. Die Revolution und die Entstehung der sowjetischen Supermacht hat auch das „Dritte Rom“ verwandelt: Es wurde als frühere Abfassung des russischen Anspruches auf Weltherrschaft betrachtet. Auch heute bleibt dieses ideologische Konstrukt hochaktuell

22.01.2007
Daniel Schnyder Trio
Worlds Beyond

Daniel Schnyder      Saxophon und Komposition
Tomoko Sawano    
  Klavier 
Stefan Schulz 
          Posaune


Der in New York lebende bekannte Schweizer Komponist und Saxophonist Daniel Schnyder brachte OKNO zum Jahresbeginn mit seinem Trio einen fulminanten Auftakt. Das Programm überschritt  Länder- und Spartengrenzen. Ost und  West, Klassik und Jazz, Musiker aus Deutschland, Japan und der Schweiz trafen zusammen. Die herrlichen Kompositionen von Daniel Schnyder begegneten der hierzulande wenig bekannten Musik des Russen Alexander Lebedev. Aus der Wahlheimat Schnyders erklang Musik von George Gershwin – eines amerikanischen Klassikers russischer Abstammung. Zum besonderen Hörerlebnis trug auch die instrumentale Zusammensetzung bei.  

03.12.2006
Vera Pavlova und Ilma Rakusa
im lyrisch-musikalischen Dialog

Zwei wesensverwandte Lyrikerinnen treffen sich im KulturAtelier zu einem poetisch – musikalischen Dialog . Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Publizistin Ilma Rakusa stellt Vera Pavlova vor. Die bekannte Moskauer Lyrikerin gehört der jungen Generation der „Dichterzunft“   
("Cechpoetov“) Russlands an und führt zugleich eine grosse Tradition der russischen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts weiter -  vor allem jene Marina Zwetajewas. An diesem Abend steht Liebeslyrik im Mittelpunkt. Vera Pavlova liest eine Auswahl ihrer Gedichte aus den letzten zwei Jahrzehnten. Ilma Rakusa trägt die Übersetzungen ins Deutsche vor und antwortet mit eigenen poetischen Texten aus den Bänden Ein Strich durch alles und Love after love. Lieder Tschaikowskys und Schumanns begleiten die Lesung (Stimme  -  Vera Pavlova Klavier - Ilma Rakusa ) 

19.11.2006
Was braucht es für ein Wunder?
Ralph Dutli liest Gedichte von Joseph Brodsky

Ralph Dutli gestaltet einen Abend mit seinen Neuüber-setzungen von Gedichten Joseph Brodskys (1940 – 1996) aus dem Band „Brief in die Oase“ (2006). Für den russisch-amerikanischen Literaturnobelpreisträger war die Lyrik „unser anthropologisches, genetisches Ziel, unser sprach-evolutionärer Leitstern“. Zehn Jahre nach Brodskys Tod erscheint mit diesem Band die bisher umfangreichste deutschsprachige Sammlung seiner  Gedichte, eine repräsentative Auswahl aus allen seinen Gedichtbüchern von „Haltestelle in der Wüste (1970)  bis „Landschaft mit Hochwasser“ (1996).  Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den hierzulande noch gänzlich unbekannten testamentähnlichen Werken aus seinen letzten Lebensjahren.

29.10.2006  
Junge Klassik-Virtuosen
aus St. Petersburg

Junge Klassik-Virtuosen aus St. Petersburg. Auch 2006 traten junge Talente aus dem Lyzeum am Konservatorium St. Petersburg mit einer Konzerttournee in der Schweiz auf, unterstützt von der Stiftung St. Petersburg. Wir begrüssten im KulturAtelier D. Korotkova (Klavier), E. Tjun (Violine), K. Tkacenko (Cello), S. Cernyshev (Klarinette), A. Markova (Klavier), S. Dogadin (Violine) und E. Djakova (Klavierbegleitung) unter der Leitung der Lyzeumsdirektorin Valentina Fedossejeva - mit einem spannenden Programm aus Werken von Mendelssohn, Chopin, Tschaikowski, Weber und Grieg. 


01.10.2006  
Das Gesamtkunstwerk in der russischen Avantgarde:
Prosagedicht, Graphik, Film

Mit Ulrich M. Schmid und Adrian J. Wanner

Die Faszination, die von den Werken der russischen Avantgarde ausgeht, gründet unter anderem auf der romantischen Idee der Kombination und Vermischung verschiedener Medien und Genres. Die beiden Schweizer Slavisten Ulrich M. Schmid (Ruhr-Universität Bochum) und Adrian J. Wanner (Pennsylvania State University) zeigen anhand von unterschiedlichen Werken, darunter des Prosage-dichtalbums  Klänge von Wassily Kandinsky, wie sich diese Idee konkret manifestiert. Ausserdem sollen Entwicklungslinien aufgezeigt werden, die von der Avantgarde zur Gegenwartskunst führen.   


30.06.2006
Wie es Euch gefällt
Eine Weisse Nacht mit russischer Klaviermusik

Tea Chkuaseli, Tamara Kordzadze, Kristine Stutidze (Georgien)
Elina Kaikova (Russland) und Simone Keller (Schweiz)

Interpretieren bekannte und seltener gespielte Klavierstücke aus Russland von Mussorgskij bis Ustvolskaya.     

Wenn in St. Petersburg gerade die berühmten weissen Nächte langsam abklingen, führt das KulturAtelier durch zwei Jahrhunderte der Russischen Musik – von der Ro-mantik bis zur Avantgarde. Im Rahmen einer musikalischen Weissen Nacht präsentieren wir einen beeindruckenden zehnhändigen weiblichen „Klavier-Marathon“ mit Musikerinnen aus Russland, Georgien und der Schweiz.

28.05.2006
Was singt der Vogel im Käfig

Hin- und Her - Lesung mit Wjatscheslaw Kuprijanow und Franz Hohler 

Zwei Meister des Genres spielen sich Kurzgeschichten zu. Zwei verwandte Geister treffen sich: Ihr Blick auf die Skurrilitäten des Lebens und ihre Fähigkeit, diese in kurzen Texten darzustellen, macht sie zu „Urenkeln“ von Daniil Charms. Wjatscheslaw Kuprijanow, ein Meister „leiser Ironie“, der wie kein anderer russischer Autor das Genre der Anti-Utopie pflegt (Moskauer Deutsche Zeitung) begegnet Franz Hohler, dem „phantastischen Realisten“, der „fast alles versucht und gemacht hat, was ein Wortkünstler machen und tun kann“ (Urs Widmer). Franz Hohler wird auf Texte von Wjatscheslaw Kuprijanow mit eigenen Texten antworten und einige schweizerdeutsche Übersetzungen von Gedichten Kuprijanows vortragen.

30.04.2006
Sofia Gubaidulina: Galgenlieder

Konzert zum 100. Geburtstag von Paul Sacher

Prof. Dr. Laurenz Lütteken                                   Einführung
Verena Barbara Gohl                                             Gesang
Ivan Manzanilla                                                        Perkussion
Andreas Cincera                                                     Kontrabass
Benno Muheim                                                        Dramaturgie
Markus Brunn                                                          Lichtgestaltung

 

 

Gubaidilenas Galgenlieder (1996) wurden gespielt im Rahmen der Veranstaltungsreihe Paul Sacher zum 100. Geburtstag. Der 15-teilige Zyklus für Stimme (Verena Barbara Gohl), Kontrabass (Andreas Cincera) und Schlagzeug (Ivan Manzanilla) basiert auf den Texten des gleichnamigen Gedichtbandes Christian Morgensterns. Die Musik interpretiert und reflektiert die vielschichtigen Bedeutungsebenen der Texte und findet in theaterähnlichen Szenen eine neue Form.


08.03.2006
Tag der Frau im KulturAtelier

Musik und Fotografie 

Ein Geheimnis der russischen Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts und ein Lyriker mit dem Fotoapparat

Viktor Kiselev                     Fotografie
Simone Keller                     Klavier
 

Zum Frauentag veranstaltet OKNO in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Russischen Föderation die Vernissage einer Fotoserie von Viktor Kiselev, welche Frauen in drei Lebensaltern zeigt. Der musikalische Teil des Abends ist eine Hommage an eine grosse und noch viel zu wenig bekannte Russin – die Komponistin Galina Ustvolskaya (*1919). Die Pianistin Simone Keller spielt an diesem Abend kammermusikalische Werke Ustvolskayas und zwei kleine Werke zeitgenössischer Schweizer Komponistinnen – Maria A. Niederberger (*1949) und Katharina Rosenberger (*1971).   



19.02.2006
Iwan Bunin: Verfluchte Tage

Ein Revolutionstagebuch
Literarisch-musikalische Anspielung
 

Dorothea Trottenberg               
Übersetzung/ Lesung Deutsch
Tea Chkuaseli                            
Klavier/ Lesung Russisch

Verfluchte Tage - das Tagebuch Iwan Bunins aus der Zeit des russischen Bürgerkrieges - wurde von Dorothea Trottenberg erstmals ins Deutsche übersetzt und erschien im Herbst 2005 im Dörlemann Verlag Zürich. Bunins ablehnende Haltung gegenüber der Revolution kommt in diesem Buch unverhüllt zum Ausdruck. Er fasst seine Eindrücke aus den Jahren 1918/19 in Moskau und Odessa zu einem literarisch streng durchkomponierten Werk zusammen.
Die georgische Pianistin Tea Chkuaseli begleitet den Abend mit Werken der Komponisten Igor Strawinsky und Sergej Rachmaninow, die wie Bunin ins Exil gingen, und ihres nach einer kurzen Exilzeit in die Sowjetunion zurückgekehrten Zeitgenossen Sergej Prokofjew.   




22.01.2006
Hommage an Dmitri Schostakowitsch und Sofia Gubaidulina


2006 findet das 100-Jahre-Jubiläum des grossen sowjetischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) statt und feiert Sofia Gubaidulina (*1931), eine führende Vertreterin der sowjetischen Neuen Musik, ihren  75. Geburtstag. So begann Okno das Jubiläumsjahr mit einer Hommage an die beiden Komponisten, in deren Rahmen die russischen Musiker Alexander Neustroev (Cello), Dmitri Demjashkin (Piano) und Oleg Lips-Rou-miantsev (Bajan) Werke der Jubilare interpretieren.




04.12.2005
Venedikt Erofeev: Moskau - Petuški

Ein Poem, neu übersetzt und kommentiert von Peter Urban 

Der grosse Vermittler russischer Literatur Peter Urban stellt seine Neubearbeitung des bisher als Reise nach Petuschki bekannten Underground-Kultbuchs von Venedikt Erofeev vor, das dieses Jahr bei Kein & Aber herausgekommen ist.
Schon der schlichte, dem Original treue Titel Moskau – Petuški deutet die substantielle Veränderung an, die das im Winter 1969 entstandene Poem in Urbans auf Authentizität bedachter Übersetzung erfahren hat. Der inoffizielle sowjetische Klassiker erscheint mit einem umfangreichen, äusserst informativen Kommentar und einem Nachwort des Übersetzers. Die Neuausgabe revidiert zählebige Missverständnisse und Verzerrungen in der Rezeptionsgeschichte von Erofeevs Buch.




20.11.2005 
Musikalische Impressionen aus Weissrussland

Minsker Streichquartett

In Begleitung von   Bruno Meier und Han Jonkers

In Zusammenarbeit mit der „Partnerschaft Aargau-Belarus“ präsentiert Okno das aus vier jungen Musikern bestehende Minsker Streichquartett, welches in Begleitung von Bruno Meier (Flöte) und Hans Jonkers (Gitarre) Werke zeitgenössischer Komponistinnen und Komponisten aus Weissrussland interpretiert. Die weissrussische Musikszene orientiert sich weniger am aktuellen internationalen Musikschaffen denn an Modellen aus der eigenen Musikgeschichte. Ihr Weg zum Heute begann 1990, und zwar mit der Gründung der Weissrussischen Gesellschaft für zeitgenössische Musik. Das Minsker Streichquartett spielt im KulturAtelier im Rahmen seiner Schweizer Tournee und präsentiert die soeben erschienene CD in Anwesenheit der bekannten weissrussischen Komponistin Galina Gorelova


29.10.2005
Lange Nacht der kurzen Geschichten mit Andrej Kurkow

 
– Im Rahmen der Zürcher Langen Nacht der kurzen Geschichten las der ukrainische, auf Russisch schreibende Schriftsteller Andrej Kurkow aus seinem Roman Die letzte Liebe des Präsidenten vor und improvisierte am Klavier. Es folgte ein Publikumsgespräch und eine lange Filmnacht mit sowjetischen Musicals der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts.   


 18.06.2005
Weisse Nacht mit Mirjam Tschopp (Violine) und Alexey Botvinov (Piano)

Im ersten Teil des musikalischen Programms spielten Mirjam Tschopp und Alexey Botvinov  neben Werken von J. S. Bach und S. Prokofjew die Elegie "Weisse Nächte" des wenig bekannten russisch-schweizerischen Komponisten Paul alias Pawel Juon. Den zweiten Teil bestritt Alexey Botvinov alleine, und zwar mit einem Klavierauszug des originellen, bis in die 80er-Jahre tot geschwiegenen ukrainischen Komponisten Alemdar Karamanow. Begeisterten Zuspruch erhielt in dieser langen Nacht aber nicht nur die Musik, sondern auch das russische Buffet in der Pause, das dank den sommerlichen Temperaturen auf der wunderschönen Terrasse des KulturAteliers angeboten werden konnte.  


01.05.2005
Konzert zum russischen Osterfest mit dem Vokalensemble Vivat (St. Petersburg)

Zum russischen Osterfest, das dieses Jahr auf den Tag der Arbeit fiel (Julianischer Kalender), sang das für seine besondere Gesangstechnik bekannte Männerquartett Vivat unter der Leitung von Viktor Stupnev geistliche und weltliche Vokalmusik aus Russland - von alten sakralen Kirchenliedern anonymer Komponisten bis hin zu Volk- und Jazzstücken. Eingeleitet wurde das Programm von Maria Shevrekuko, die über die Ursprünge und Bräuche des russischen Osterfests berichtete. Zu diesen gehört der traditionelle "Kulitsch", ein Brotkuchen, der für die kulinarische Note sorgte.  

10.04.2005
 Lev Tolstoj: "Familienglück". Literarisch-musikalische Anspielung

Ein Tolstoj-Abend mit einem starken Frauentrio: Die Übersetzerin Dorothea Trottenberg präsentierte Lev Tolstojs Roman "Familienglück" in Auszügen aus ihrer kürzlich erschienenen Übersetzung, die der Modernität dieses wenig bekannten Frühwerks endlich gerecht wird, und erläuterte ihn im Kontext von Tolstojs Biographie und Gesamtwerk. Ergänzt durch Marina Karlins wunderbare Lesung des russischen Originals und Annette Weisbrods intensive Interpretation der im Roman erwähnten Klavierwerke von Beethoven und Mozart, brachte das Programm den subjektivierenden Lyrismus des Romans motivisch und klanglich zum Ausdruck.  


27.02.2005
Carte blanche für Ralph Dutli: "Und lern beim Stern der weiss / Was es bedeutet: Licht". 
Lesung mit Gedichten von Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa und Anna Achmatowa (russisch & deutsch)

Auf seine unvergleichlich lebendige Art und Weise las Ralph Dutli ausgewählte Gedichte von Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa und Anna Achmatowa im Original und in seiner Übertragung vor. Mit viel Detailkenntnis stellte er das Werk der drei grossen russischen Dichter in den Kontext ihrer Biographien und gegenseitigen Beziehungen und brachte dem Publikum auch unbekanntere Facetten ihres Schaffens näher - von Liebeslyrik bis zu Scherzgedichten. Ein Poesieabend voller Zauber, an welchem dem Publikum nicht nur aufgrund des grossen Andrangs fast die Luft wegblieb.  



23.01.2005

Anton Čechov - "Der Roman mit dem Kontrabass" und "Über die Schädlichkeit des Tabaks". 
Literarisch-musikalisches Bühnenprojekt im Theater am Neumarkt

Für dieses heitere Bühnenprojekt mit zwei wenig bekannten Meistererzählungen von Anton Čechov im Dialog mit musikalischen Werken der russischen Romantik genoss "Okno" Gastrecht im Theater am Neumarkt. Der Schauspieler Helmut Vogel überzeugte durch seinen brillanten Vortrag der Texte, während die beiden Musiker Andreas Cincera (Kontrabass) und Oleg Lips-Roumiantsev (Akkordeon) nicht nur musikalisch glänzten, sondern mit sichtlichem Vergnügen auch ihr schauspielerisches Talent auskosteten, um die schmunzelnde (Tragi-)Komik der Erzählungen zu unterstreichen.  

15.01.2005
Extraveranstaltung mit Viktorija Tokarjewa.
Lesung und Diskussion

Ein ganz besonderer Abend mit der russischen Erfolgsautorin, die mit ihren viel gelesenen Büchern ein Millionenpublikum begeistert. Mit der Simultanübersetzung von Angelika Schneider war es dem Publikum möglich, Fragen an Viktorija Tokarjewa zu richten und dabei Persönliches über die auch als Drehbuchschriftstellerin bekannte Autorin zu erfahren. Ein grossartiger Abend, der von einem wissensbegierigen Publikum lebte und musikalisch von der Pianistin Katja Palamartschuk umrahmt wurde.  


12.12.2004
Play Blues.  
Literarisch - musikalische Anspielungen mit Jurij Galperin und Christoph Grab


Mit der Präsentation seines biographischen Romanes "Play Blues" eröffnete Jurij Galperin einen sehr persönlichen Einblick in die Welt seiner Jugend. Eindrücklich entwarf er dem Publikum eine Vorstellung von Russland in den 50-iger Jahren, in dem sein Vater als begnadeter Saxophonist in seiner leidenschaftlichen und kompromisslosen Art ständig an die Grenzen der sowjetischen "Musikordnung" stiess. Der brillante Jazz-Musiker Christoph Grab improvisierte zu den Texten des Buches und zeichnete mit seinen Interpretationen musikalisch das Leben von Galperins Vaters nach.  
Mit der Präsentation seines biographischen Romanes "Play Blues" eröffnete Jurij Galperin einen sehr persönlichen Einblick in die Welt seiner Jugend. Eindrücklich entwarf er dem Publikum eine Vorstellung von Russland in den 50-iger Jahren, in dem sein Vater als begnadeter Saxophonist in seiner leidenschaftlichen und kompromisslosen Art ständig an die Grenzen der sowjetischen "Musikordnung" stiess. Der brillante Jazz-Musiker Christoph Grab improvisierte zu den Texten des Buches und zeichnete mit seinen Interpretationen musikalisch das Leben von Galperins Vaters nach.  


13. & 14.11.2004

Daniil Charms!

Mit Maria Thorgevsky und Dan Wiener

Mit einem sprühendem Feuerwerk voller Verrücktheiten brachten Maria Thorgevsky und Dan Wiener einem staunenden Publikum den erstaunlichen und ungewöhnlichen Dichter Russlands Daniil Charms näher. Mit zauberhafter Mimik schufen sie eine literarische Zirkusatmosphäre, die begeisterte.  


17.10.2004
Carte blanche für Peter Urban

Der bekannte und vielfach preisgekrönte Tschechow-Forscher, -Übersetzer und -Herausgeber Peter Urban gab einen interessanten Einblick in seine jahrzehntelange Beschäftigung mit dem reichen Werk des Schriftstellers. Urban übersetzt die russischen Texte mit grösster Authenzität nach Tschechows Forderung: "Glätte nicht, poliere nicht, sondern sei ungeschlacht und frech. Kürze ist die Schwester des Talents." Urban illustrierte anhand von Beispielen, wie Tschechows Originaltexte falsch übersetzt und ausgeschmückt werden und brachte dem Publikum seine arbeitsintensiven Bemühungen näher, den unverfälschten Tschechow ins Deutsche zu übertragen. Als Abschluss dieser lehrreichen und unterhaltsamen Veranstaltung rezitierte Urban eine bisher unveröffentlichte Geschichte Tschechows und stellte sich nachher bei einer Zigarette den vielen Fragen aus dem Publikum.  


24. - 30.09.2004
Auf Tschechows Spuren - 

Eine Krimreise zum 100. Todestag von Anton Tschechow

Eine  eindrückliche Veranstaltung war die siebentägige Reise auf die Krim, dorthin, wo Tschechow seine letzten Lebensjahre verbrachte. Auf dem Programm stand der Besuch seiner "Weissen Datscha" am Stadtrand von Jalta, seiner zweiten Datscha in der malerischen Bucht bei Gursuf, sowie der Kirche des Heiligen Feodor Tiron, wo die kirchliche Trauung von Tschechow mit der Schauspielerin Olga Knipper stattfand. Ein grosses Erlebnis war auch der Besuch des Hauses bei Gursuf in dem Puschkin kurze Zeit weilte. Ganz besonders war die Besichtigung der berühmten Weinkellereien "Massandra" sowie der Ausflug nach Bachtschisaraj zum Khanpalast und die Reise nach Sewastopol. Als krönender Abschluss der eindrucksvollen Kultur-Entdeckungstour war die Fahrt mit dem Nachtzug von Simferopol nach Odessa, die Besichtigung und Begehung der berühmten Treppe mit den 192 Stufen, dann der Stadtrundgang und das Mittagessen bei Äbtissin Serafima im Frauenkloster sowie der Besuch des Literaturmuseums und der im Umbau befindlichen herrlichen Oper.  


19.06.2004
Weisse Nacht mit dem Russkij Chor Zürich 
und einer Ausstellung mit Fotografien von Elisabeth Calder zum Thema Okno

Eine unvergessliche Veranstaltung, die bis in die frühen Morgenstunden zu immer neuen Höhepunkten stieg. Der Russkij Chor unter der Leitung von Jana Vassilenko, begleitet von Elena Hurni-Ostrikova am Flügel, entführte das Publikum in die russischen Weiten sowohl mit musikalischen Werken von A. A. Aljabiev, A. S. Arenskij, P. P. Bulachov, M. M. Ippolitov-Ivanov, I. I. Matvijenko und B. P. Scheremetiev, als auch mit Rezitationen der Lyrik von A. A. Delwig, M. J. Lermontov, A. N. Majkov, A. S. Puschkin, A. A. Schaganov und P. A. Wjasemskij. Als Solistin eines klassischen Programms begeisterte die Sängerin Maria Batova, begleitet von der Pianistin Marina Belaja. Das Duo Alexander Ionov (Balalajka) und Sergej Simbiriev (Akkordeon) öffnete nach Mitternacht ihre sprühende russische Seele. Zu diesem stimmungsvollen Abend trugen nicht nur Elisabeth Calders wunderbare Fotografien bei, sondern auch der kulinarische Gaumenschmaus von Loudmila Glazounova, die mit immer neuen Leckerbissen aus der russischen Küche die Gäste verwöhnte.  


16.05.2004
Andrej Kurkow - Literarisch-musikalische Anspielungen

Andrej Kurkow las stimmungsvoll aus seinem neuesten, im Diogenes Verlag 2003 erschienenen Roman "Pinguine frieren nicht". Zwischen den Kapiteln setzte er sich an den Flügel und begeisterte das Publikum mit hinreissenden Stücken, die der vorgetragenen Geschichte noch eine Dimension dazu fügte. "Leicht und traurig wie das Leben", so nahm uns Andrej Kurkow auf eine Reise an die Grenze des Surrealen, bisweilen Märchenhaften. Unter der Leitung von Sabine Witt (Kulturjournalistin) ging der Autor herzlich auf Fragen aus dem Publikum ein und erlaubte einen sehr persönlichen Einblick in seine Person und sein Schaffen.  


25.04.2004
Fern unter Sternen - Poesie und Musik. 

Die Gedichte von Afanasij Afanasjewitsch Fet (1820-1892)

Dinah Hinz rezitierte mit ihrer bekannten Stimme stimmungsvoll die Gedichte von Fet. Seine Poesie ist von grosser Musikalität und wurde einfühlsam umrahmt vom Klavierspiel Boris Chnaiders u.a. mit Werken von A. Borodin, S. Prokofjew, S. Rachmaninow, P. I. Tschajkowskij. Eine wundervolle Darbietung von moderner Lyrik, die in unserem Kulturkreis leider wenig bekannt ist und ein Licht auf das bewegte Leben des Dichters warf.  


28.03.2004
 Begegnung mit Swetlana Geier.

 Einblicke in ihre Dostojewskij Übersetzungen

Swetlana Geier eröffnete einem interessierten Publikum einen völlig neuen Blick auf den grossen Russen. Ihre Übersetzungen sind nicht veredelt und geglättet, sondern möglichst präzise und authentisch am Original ausgerichtet. Nicht nur die Titel nimmt Swtlana Geier wortgetreu: "Die Dämonen" wurden im Russischen zu "Böse Geister" und "Schuld und Sühne" heisst jetzt "Verbrechen und Strafe". Auch zeigen die Romanfiguren ihre ursprünglichen Ecken und Kanten. Swetlana Geier gewährte einen sehr persönlichen Einblick in ihre Übersetzertätigkeit und in ihre tiefe Beziehung zu Dostojewskijs Schaffen.  


29.02.2004
«Bewegte Bilder, bewegte Seele»

Eine Reise durch die Welt des Russischen Animationsfilmes

Tanja Huber von "trembling frames" führte zusammen mit dem russischen Animationsfilmer Andrej Zolotuchin durch ein reiches Programm mehrerer Animationsfilme von den Anfängen (1909) bis heute. Faszinierend, wie die auf Papier gezeichneten, auf Glas gemalten, aus Sand oder Knetmasse erschaffenen Figuren, beseelt von den Animationsfilmern die Facetten der Russischen Eigenart verkörpern und mal dramatisch, romantisch, humorvoll, mal melancholisch und sehnsüchtig das Publikum verzauberten.

05.05.2002

Wjatscheslaw Kuprijanow – Alfred Zimmerlin. Literarisch-musikalische Anspielungen
Der Moskauer Schriftsteller und Übersetzer Wjatscheslaw Kuprijanow las auf russisch und deutsch Lyrik und Kurzprosa aus seinen neuesten Werken. Der Zürcher Musiker und Komponist Alfred Zimmerlin improvisierte als Spontankomponist auf seinem Cello zu Kuprijanows hintergründig-humorvollen Worten. Es entstand ein launiges Wechselspiel von Worten und Klängen.    


25.01.2004
Leo Tolstois «Krieg und Frieden». Die Urfassung. 

Buchvernissage anlässlich der deutschen Erstveröffentlichung der Urfassung von Lev Tolstojs «Krieg und Frieden»

Dorothea Trottenberg hat die lange als nicht rekonstruierbar geltende Urfassung von «Krieg und Frieden» ins Deutsche übersetzt und lässt einen neuen Tolstoi entdecken. Es wurden von der Buchautorin persönlich, unterstützt von Elena Baitmann, Christine Lötscher und Thomas Grob, Ausschnitte in Deutsch und Russisch vorgetragen und kommentiert. Einem aufmerksamen Publikum wurde eine Fülle aufregender Details präsentiert, wie z.B. die grotesken und satirisch-komischen Charakterisierungen, die in späteren Fassungen gestrichen, bzw. moralisch und ideologisch geglättet wurden, oder auch die ausserordentlich naturalistischen Schilderungen.  

14.12.2003
Frost in Abramzewo. 

Aufzeichnungen von Wenedikt Jerofejew in einer Übersetzung 
von Sergej Gladkich. Literarisch-musikalische Anspielungen

Wenedikt Jerofejew (1938–1990), Autor des Kultbuches  «Moskau – Petuschki», vermittelt in seinen unveröffentlichten Tagebüchern und Notizen einen intimen Einblick in sein Innenleben. Zum ersten Mal gelangten Wenedikt Jerofejews Aufzeichnungen vor ein Publikum: in einer mit Musik untermalten Lesung von Ljudmila Skripkina, begleitet von Sergej Batt mit einem Bajan, dem Russischen Knopfakkordeon.  

02.11.2003
Michail Schischkin. Literarisch-musikalische Anspielungen. 

Vernissage anlässlich der deutschen Erstveröffentlichung seines 
literarisch-historischen Reiseführers «Die russische Schweiz»

Michail Schischkin versteht es meisterhaft, grosse Zusammenhänge mit kleinen Details zu verknüpfen. Seine Übersetzerin Franziska Stöcklin nahm das zahlreich erschienene Publikum auf eine Schweizer Reise. Chris Wiesendanger, der mehrmals in Russland auf Tournee war und mit seiner Musik bis nach Sibirien kam, untermalte mit seinen sensiblen Klavierimprovisationen gekonnt die Texte des Autors. Anschliessend folgte eine interessante Diskussion mit Michail Schischkin.  

28.09.2003
Vera Zubareva. Traktat über Engel.  

Ein Versepos

Die Autorin Vera Zubareva und ihre Übersetzerin Kirstin Breitenfellner gestalteten den Abend als Performance. Sie lasen die Gedichte in Russisch und Deutsch vor dem Hintergrund einer  von Vad Chariton dazu komponierten Musik. Dieses Versepos schildert auf ironisch-ernsthafte Weise die Konfrontation des postmodernen Menschen mit den Engeln. Ausstellung von zwölf Exponaten aus den Buchillustrationen von Ernst Neizvestnyi.  


31.08.2003
Pjotr Iljitsch Tschaikowski - «Die Jahreszeiten»

Mit seinem lyrischen Klavierzyklus hat Tschaikowski für jeden der zwölf Monate des Jahres ein Charakterbild gemalt. Interpretiert werden «Die Jahreszeiten» vom russischen Konzertpianisten Alexey Botinov. Die Schauspielerin Maria Thorgevsky liest jeweils das von Tschaikowski für jedes der zwölf Stücke ausgewählte Gedicht.  


13.07.2003
Konstanten und Wandel im russischen Alltag. 

Beobachtungen von aussen

Eine Diskussion zwischen Dr. Regula Heusser-Markun, Redaktorin NZZ und Buchautorin, und Roman Berger, ehem. Korrespondent des Tages-Anzeigers in der Sowjetunion. Die beiden Journalisten und langjährigen Russlandkenner führten ein Gespräch, in dessen Mittelpunkt Lebensumstände und Alltagsgestaltung der Menschen im heutigen Russland auf dem Hintergrund der Sowjet-Ära standen. Politische, gesellschaftliche und kulturelle Fragen wurden im Spiegel einer Bevölkerung erörtert, die in den vergangenen fünfzehn Jahren radikalen sozio-ökonomischen Veränderungen ausgesetzt war. Interessant waren insbesondere auch die Beobachtungen von Russinnen und Russen, die in der Sowjetunion aufgewachsen sind, heute aber ihren Lebensmittelpunkt  in der Schweiz haben.  



13.06.2003
Salon St. Petersburg. Weisse Nacht der Poesie und Musik

Im Juni beginnen in St. Petersburg die berühmten weissen Nächte, in denen es nicht mehr dunkel wird. Man flaniert bis spät in den Strassen und beobachtet wie die Brücken hochgezogen werden. Die weissen Nächte sind auch die Zeit der poetischen Schlaflosigkeit, die von vielen russischen Dichtern in Gedichten beschrieben worden ist. Der Salon St. Petersburg widmete sich aus diesem Anlass dem «silbernen Zeitalter der russischen Poesie» und den gesungenen Gedichten und Geschichten aus dem Russland ab Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Schauspielerin und Sängerin Maria Thorgevsky (Basel/St. Petersburg) und die Musiker Alexander Ionov (Balalaika – Zürich/Moskau), Sergej Simbirev (Akkordeon – Rotkreuz/Moskau) und Dan Wiener (Gitarre/Rezitation/Gesang – Basel) gestalteten einen bis in die frühen Morgenstunden dauernden, mitreissenden Abend.  



25.05.2003
Russisches Kulturschaffen in der Emigration. 

Literarisch-musikalische Anspielungen

Der in Leningrad geborene, seit 1993 als freier Schriftsteller und Übersetzer in Salzburg lebende Schriftsteller Vladimir Vertlib las in Deutsch und Russisch aus seinen Werken «Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur» und «Zwischenstationen». Alex Schlesinger, Romanist, führte mit Vertlib ein Gespräch über dessen Erfahrungen in der Emigration.
Die musikalischen Akzente setzten Leila Schayegh und Martina Schucan mit Werken von emigrierten russischen Komponisten wie Alfred Schnittke, Igor Strawinsky und Alexander Tscherepnin.
 


13.04.2003
Swetlana Geier und das russische Märchen


Alexandr Nikolajewitsch Afanasjew (1826-1871) sammelte und editierte, nach dem Vorbild der Brüder Grimm, Märchen und Sagen, die oft aus vorchristlicher Zeit stammen. Um ihre Authentizität zu bewahren, bearbeitete er sie nicht literarisch. Zu deren Übersetzung bedarf es daher ganz spezieller Kenntnisse von Geschichte, Überlieferung, Brauchtum und Sprache.
Swetlana Geier, die grosse Könnerin der Russisch-Übersetzung erläuterte, las und erzählte in Russisch und Deutsch aus der von ihr übersetzten Volksmärchensammlung Afanasjews.  

30.03.2003
Die russische Orthodoxie – Sinnlichkeit und Denktradition


Georges Gachot, Filmemacher, zeigte Ausschnitte aus seinem Film «Heiliges Russland», einem besinnlichen Werk über das orthodoxe Weihnachtsfest in Russland, in welchem in sakralen Bildern und in harmonischem Chorgesang die sinnliche Theologie der russischen Religiosität direkt erfahrbar ist. Ulrich M. Schmid, Slawist, bot Einblick in sein neues Buch über russische Religionsphilosophen des 20. Jahrhunderts. Darin analysiert der Autor die originellen, oft kühnen und polemischen Entwürfe russischer Denker. In einer Verschränkung von visueller und philosophischer Annäherung wurde versucht, die religiöse Dimension der russischen Kultur verständlich zu machen.  

23.02.2003
Felix Philipp Ingold und sein Russland

In einer Diskussion mit dem Slawisten Ulrich M. Schmid sprach Felix Philipp Ingold über seine Leidenschaft für Russland, seine persönlichen Bekanntschaften mit massgeblichen Dichtern des 20. Jahrhunderts und über die Bedeutung der russischen Literatur für sein eigenes Schaffen. Er zeigte verschiedene Facetten seiner Übersetzertätigkeit aus dem Russischen an Gedichten von Ossip Mandelstam, Marina Zwetajewa, Gennadij Ajgi und anderen auf. Die Originaltexte wurden von Maria Thorgevsky in russischer Sprache vorgetragen. Der Autor selbst las auch aus seinen neuesten Gedichtbänden.  



26.01.2003
Anna Achmatowa – Alexander Lokschin. Literarisch-musikalische Anspielungen

Die Dichterin Anna Achmatowa (1889–1966) und der Komponist Alexander Lokschin (1920–1987) weigerten sich, Kompromisse mit dem Sowjetregime einzugehen. Beide bezahlten dafür bitter. A. Achmatowa schuf in den Jahren der wiederholten Inhaftierung ihres Sohnes 1935–1940 den Gedichtzyklus «Requiem»,. Es ist dies ein Klagelied auf den stalinistischen Terror. 1977, 10 Jahre vor dessen Veröffentlichung in der Sowjetunion vertonte A. Lokschin das „Requiem“ in seinem Opus «Mater Dolorosa». Der Klavierauszug wurde interpretiert durch den Pianisten Boris Chnaider (St. Petersburg/Basel), der die Sängerin Tatjana Polt Lutzenko (Kiew/Basel) begleitete. Die Schauspielerin Lilly Friedrich las den ergreifenden Gedichtzyklus in Deutsch.  

01.12.2002
Dmitrij Prigow und Ilma Rakusa. Performance

Performance Dmitrij Prigows, eines der Begründer des Moskauer Konzeptualismus – neben Erik Bulatow und Ilya Kabakow. Ilma  Rakusa, die bekannte Schriftstellerin und Literaturkritikerin, erklärte, übersetzte und liess sich auf das gekonnte Spiel des Schriftstellers, musikalischen Sprachvirtuosen und bildenden Künstlers ein. In deutscher, englischer und russischer Sprache zeigten sich Dmitrij Prigow und Ilma Rakusa in ihrer brillanten Vielseitigkeit.  

06.10.2002
Literatur zwischen Staatskultur und Verschwörungstheorien

Podiumsrunde zur Frage des spannungsreichen Verhältnisses zwischen Literatur und Macht vor und nach der Wende in Russland. Zur Illustration wurde aus dem Werk von Wladimir Sorokin («Der himmelblaue Speck») vorgelesen. An der Diskussion nahmen teil: Michail Berg (Literaturkritiker und Schriftsteller, St. Petersburg), Schamma Schahadat (Slawistin Universität Konstanz), Ulrich M. Schmid (Slawist Universität Basel) und Dorothea Trottenberg (Slawistin und Uebersetzerin).  


15.09.2002
Pawel Pepperstein Traum und Museum. 

Eine Begegnung mit dem bildnerisch und literarisch tätigen Moskauer Künstler

Diskussionsabend mit Pawel Pepperstein, dem russischen Künstler aus dem Umkreis der Moskauer Konzeptkunst und Verfasser von Texten zu eigener Kunst, Gesprächsprotokollen, eigenständigen literarischen und philosophischen Arbeiten wie Erzählungen und Romanen. Diskussion unter Moderation von Dorothea Trottenberg (Slawistin, Übersetzerin) und Matthias Haldemann (Direktor Kunsthaus Zug).  

07.07.2002
Literarisch-musikalische Anspielungen  

aus dem künstlerischen Umfeld von Dmitrij Schostakowitsch

«Jahrhundert der Wölfe», die Autobiographie von Nadeschda Mandelstam (1899 – 1980), ist ein Zeugnis eines künstlerischen Lebens in den dunkelsten Zeiten der Sowjetunion, als manche Kulturschaffende die äussere oder innere Emigration wählten, um dem Gulag zu entgehen. Dinah Hinz las daraus eine Auswahl von Texten. Von Schostakowitsch kamen durch Andreas Cincera und Oleg Lips Rumiantsew kammermusikalische Werke zur Aufführung. Es erklang zudem Musik von Sergeij Prokofiew und der nachfolgenden Generation aus dem Umfeld von Schostakowitsch.